Kolorierung Familienwappen

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v.Freyhold
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Re: Kolorierung Familienwappen

Beitrag von v.Freyhold » 03.10.2020, 22:22

Ja, das Rot ist ein bisschen dunkel, das stimmt. Das hat seinen Grund darin, dass ich seinerzeit als ich das Wappen angefangen habe noch auf einem etwas altersschwachen TFT-Monitor gearbeitet habe, der mit Helligkeit und Kontrast noch nicht so gut war wie es heutige Displays sind. Dann werd ich mich doch mal daran machen, die Rottöne - und die Goldtöne - etwas heller zu ziehen. Das ist ja schnell gemacht.

Helmdecke ist halt knifflig. Eine wirklich reich geschwungene und filigrane Helmdecke wie man sie ab und zu sieht werd ich wohl nicht hinbekommen, dazu fehlt mir das Quentchen zeichnerisches Talent. Aber ich meine irgendwo gelesen zu haben, es ist besser eine passable einfache Helmdecke zu zeichnen, als eine komplizierte die aber dann vorn und hinten nicht stimmig ist.

Bei den Proportionen der Helmzier habe ich mich im übrigen an die vertikale 3:2:3-Regel zu den Größenverhältnissen von Schild, Helm und Helmzier gehalten. Und ich meine, auch über das horizontale Verhältnis zwischen Schild und Flug habe ich irgendwo etwas gelesen und es dann so umgesetzt. In jedem Fall sehen mir vorliegende "Siebmacher"-Darstellungen zu unserem Familienwappen nicht deutlich anders aus.

Möglicherweise könnte man aber die Helmdecke etwas mehr in die Breite gehen lassen, dann wirkt die Helmzier von vornherein weniger dominant.

Die Helmkrone stammt tatsächlich zumindest in ihren Umrissen von Wikimedia Commons. Ich habe sie auf Basis der dortigen Darstellung für eine Rangkrone des untitulierten Adels nachgezeichnet. Auf die Schnelle gefragt: woran mangelt es, zusammen gefasst, bei der obigen Helmkrone?

Ich werde demnächst mal schauen, ob ich eine der von Ihnen vorgeschlagenen Literaturempfehlungen hier vor Ort in einer Bibliothek finde.


MfG

v.Freyhold
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Re: Kolorierung Familienwappen

Beitrag von v.Freyhold » 04.10.2020, 20:11

Ich habe heute einmal die Farben etwas heller gemacht, d.h. Grundlage für die Rottöne ist jetzt Zinnoberrot, wie von der Heraldik gefordert. Auch das Gold ist jetzt etwas "goldiger".

Bild

Reines Rot finde ich immer etwas grell, ich hab versucht, dem ein klein wenig die Härte zu nehmen, indem der Balken im Schild einen ganz minimalen Schatten hat.

Ich habe beim Helm etwas die Proportionen verändert, d.h. den Hals und den Brustschild länger gemacht, jetzt ist der Helm insgesamt höher und somit wirkt m.E. auch die Helmzier nicht mehr ganz so wuchtig. Der Helm entsprach tatsächlich doch nicht der 3:2:3-Regel, keine Ahnung warum.

Die Krone mach ich dann demnächst nochmal neu. Ebenso wie die Helmdecke, da jetzt mit dem größeren Helm die Proportionen der alten Decke sowieso nicht mehr passen.

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Gerd H.
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Re: Kolorierung Familienwappen

Beitrag von Gerd H. » 05.10.2020, 11:34

Hallo,

ein Fehler noch der oft gemacht wird. Die Zier muss aus der Krone herauskommen. Hier sieht es aus als wäre die Krone vor der Zier oder an der Seite "aufgeschnitten".
Mit besten Grüssen
Bild
Gerd

v.Freyhold
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Re: Kolorierung Familienwappen

Beitrag von v.Freyhold » 05.10.2020, 13:58

aha ok, ja das leuchtet ein. Werde ich dann auch bei mir so umsetzen.

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Tejas552
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Re: Kolorierung Familienwappen

Beitrag von Tejas552 » 05.10.2020, 19:14

Hier ist ein Scan der Seite aus dem Buch, dass ich zuvor erwähnt habe.
Zweite Reihe von oben, erstes Wappen. Dieses Wappen - Freyhold soll angeblich 1410 geführt worden sein. Schräglinksbalken vs. Schrägbalken:

Vielleicht lohnt es sich einmal mit den Autoren Kontakt aufzunehmen.


Bild

Gruss
Dirk

Joachim v. Roy
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Familienwappen v. Freyhold

Beitrag von Joachim v. Roy » 06.10.2020, 10:46

Sehr anschaulich. Vielen Dank.

Johannes V o i g t
https://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_ ... ker,_1786)
https://books.google.de/books?id=PwEMAA ... &q&f=false
zufolge war ein Herr v. FREYHOLD an der „Tannenberger Schlacht“ bzw.
an der Verteidigung der Marienburg wohl n i c h t beteiligt.

Ein Vorfahre meiner Frau, der für den Deutschen Orden im 13jährigen
Bundeskrieg (1454-1466) kämpfte, reiste später wiederholt von Schlesien
aus nach Königsberg, um dort seine Soldforderungen geltend zu machen
(vergeblich).

MfG

v.Freyhold
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Re: Kolorierung Familienwappen

Beitrag von v.Freyhold » 06.10.2020, 11:44

Das ist wirklich sehr interessant. Die Existenz einer adeligen Familie v. Freyhold so lange vor unserer Nobilitierung im russischen Kaiserreich des mittleren 18. Jahrhunderts würde unser Wissen über unsere Familiengeschichte auf den Kopf stellen.

Fakt ist aber auch, dass die "preußischen" v. Freyhold soweit uns bekannt erst existierten, als unser Stammvater Hans Heinrich v.F. nach der Belagerung von Pirna zu Beginn des Siebenjährigen Krieges von sächsischen in preußische Dienste übertrat und dann mit seiner jungen Familie in Preußisch Holland ansässig wurde.

Als sicher gilt, dass Eckart Philipp Freyhold, der Vater unseres Stammvaters, kein Adliger war. In den Memoiren "Notizen zu meinem Leben" des russischen Autors und Gelehrten N.I. Grech ist beschrieben, dass der preußische General Sauerbrey von Sauerburg nicht einverstanden war, dass seine Tochter Charlotte Aurora S.v.S. den bürgerlichen Regimentspfarrer Eckart Philipp heiraten wollte. Die beiden heirateten dennoch 1718 heimlich in Hamburg, und Eckart Philipp ließ sich als Pastor Primarius nach Moskau zur Michaeliskirche in der deutschen Vorstadt berufen. Durch einige andere historische Quellen lässt sich dies auch im weiteren belegen.

Der schlagende Beweis, dass unser Stammvater Hans Heinrich v.F., *1722 in Moskau, der Sohn von Eckart Philipp war steht zwar noch aus. Alte Kirchenbücher von der Michaeliskirche aus jener Zeit existieren nicht mehr. Ich habe dieses Jahr mehrfach mit russischen Archiven Kontakt aufgenommen, was aber corona-bedingt sehr schwierig und langwierig, und bis jetzt ergebnislos war. Dennoch muss man sich vergegenwärtigen, dass die deutsche Vorstadt zu jener Zeit sehr klein war, die historischen Quellen sprechen von 2000 bis 2500 Einwohnern, von denen nicht einmal alle tatsächlich deutschstämmig waren. Bei einem recht seltenen Namen wie "Freyhold" dürfte die Wahrscheinlichkeit von zufälligen Namensgleichheiten in der deutschen Vorstadt daher eher gering sein. Zudem waren deutsche Einwanderer mehr oder weniger gezwungen, in dieser Vorstadt zu siedeln, da Kontakt zwischen ihnen und anderen Moskauern wegen der Bewahrung der russisch-orthodoxen Kultur nicht gern gesehen war. Außerdem nannte Hans Heinrichs Bruder Jakob August v.F. eine seiner Töchter tatsächlich Charlotte Aurora, wohl nach der Mutter (s.o.)

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Tejas552
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Re: Familienwappen v. Freyhold

Beitrag von Tejas552 » 07.10.2020, 10:35

Joachim v. Roy hat geschrieben:
06.10.2020, 10:46
Sehr anschaulich. Vielen Dank.

Johannes V o i g t
https://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_ ... ker,_1786)
https://books.google.de/books?id=PwEMAA ... &q&f=false
zufolge war ein Herr v. FREYHOLD an der „Tannenberger Schlacht“ bzw.
an der Verteidigung der Marienburg wohl n i c h t beteiligt.
Ich vermute, dass die Angaben in dem von mir zitierten Buch unzuverlässig sind. Das Buch gehört zu einer Serie von hunderten von "Bänden/Bändchen" (Osprey-Serie), die mehr als einmal durch unzuverlässige Informationen aufgefallen sind.
Auch in den Ordens-Regesten ist mir der Name "Freyhold" nie begegnet. Trotzdem wäre es vielleicht interessant zu erfahren, woher die Autoren ihre Information bezogen haben.
Joachim v. Roy hat geschrieben:
06.10.2020, 10:46
Ein Vorfahre meiner Frau, der für den Deutschen Orden im 13jährigen
Bundeskrieg (1454-1466) kämpfte, reiste später wiederholt von Schlesien
aus nach Königsberg, um dort seine Soldforderungen geltend zu machen
(vergeblich).

MfG
Ja die Kriege des 15. Jh. haben den Orden finanziell ruiniert. Selbst die Marienburg, die ich dieses Jahr schon zum zweiten Mal besucht habe, musste im Zuge des 13jährigen Krieges an Söldnerführer verpfändet werden, die sie dann an den polnischen König verkauft haben.

Grüsse
DF

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Tejas552
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Re: Kolorierung Familienwappen

Beitrag von Tejas552 » 07.10.2020, 11:06

v.Freyhold hat geschrieben:
06.10.2020, 11:44
Das ist wirklich sehr interessant. Die Existenz einer adeligen Familie v. Freyhold so lange vor unserer Nobilitierung im russischen Kaiserreich des mittleren 18. Jahrhunderts würde unser Wissen über unsere Familiengeschichte auf den Kopf stellen.

Fakt ist aber auch, dass die "preußischen" v. Freyhold soweit uns bekannt erst existierten, als unser Stammvater Hans Heinrich v.F. nach der Belagerung von Pirna zu Beginn des Siebenjährigen Krieges von sächsischen in preußische Dienste übertrat und dann mit seiner jungen Familie in Preußisch Holland ansässig wurde.

Als sicher gilt, dass Eckart Philipp Freyhold, der Vater unseres Stammvaters, kein Adliger war. In den Memoiren "Notizen zu meinem Leben" des russischen Autors und Gelehrten N.I. Grech ist beschrieben, dass der preußische General Sauerbrey von Sauerburg nicht einverstanden war, dass seine Tochter Charlotte Aurora S.v.S. den bürgerlichen Regimentspfarrer Eckart Philipp heiraten wollte. Die beiden heirateten dennoch 1718 heimlich in Hamburg, und Eckart Philipp ließ sich als Pastor Primarius nach Moskau zur Michaeliskirche in der deutschen Vorstadt berufen. Durch einige andere historische Quellen lässt sich dies auch im weiteren belegen.

Der schlagende Beweis, dass unser Stammvater Hans Heinrich v.F., *1722 in Moskau, der Sohn von Eckart Philipp war steht zwar noch aus. Alte Kirchenbücher von der Michaeliskirche aus jener Zeit existieren nicht mehr. Ich habe dieses Jahr mehrfach mit russischen Archiven Kontakt aufgenommen, was aber corona-bedingt sehr schwierig und langwierig, und bis jetzt ergebnislos war. Dennoch muss man sich vergegenwärtigen, dass die deutsche Vorstadt zu jener Zeit sehr klein war, die historischen Quellen sprechen von 2000 bis 2500 Einwohnern, von denen nicht einmal alle tatsächlich deutschstämmig waren. Bei einem recht seltenen Namen wie "Freyhold" dürfte die Wahrscheinlichkeit von zufälligen Namensgleichheiten in der deutschen Vorstadt daher eher gering sein. Zudem waren deutsche Einwanderer mehr oder weniger gezwungen, in dieser Vorstadt zu siedeln, da Kontakt zwischen ihnen und anderen Moskauern wegen der Bewahrung der russisch-orthodoxen Kultur nicht gern gesehen war. Außerdem nannte Hans Heinrichs Bruder Jakob August v.F. eine seiner Töchter tatsächlich Charlotte Aurora, wohl nach der Mutter (s.o.)
Eine spannende Familiengeschichte! Wie ich schon auf die Nachricht von Herrn v. Roy schrieb, ich denke, dass die Informationen in dem von mir zitierten Buch nicht korrekt sind. Diese Buchreihe ist als Quelle nicht über jeden Zweifel erhaben. Vielleicht haben die Autoren Namen verwechselt. Wie sie dann aber auf das Wappen gestossen sind, ist nicht klar. In jedem Fall wäre es vielleicht interessant herauszufinden woher die Autoren ihre Informationen haben.

Gruss
DF

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Re: Kolorierung Familienwappen

Beitrag von v.Freyhold » 07.10.2020, 11:43

Hier übrigens einmal ein Wappen der Sauerbrey v. Sauerburg, welches ich vor einer Weile zufällig gefunden habe.

Bild

Hans Peter Sauerbrey, Brandmeister von Hamburg, wurde 1638 in den Reichsadelsstand erhoben und führte dann den Namen "Sauerbrey v. Sauerburg". Eine "Sauerburg" gibt es nicht, zumindest hatte eine in Böhmen durchaus existierende Sauerburg keinen Bezug zu Hans Peter S.v.S.; mitunter konnte es ja bei solchen Adelsbezeichnungen vorkommen, dass Namenserweiterungen einfach "Phantasie" waren.

Hans Christian Sauerbrey v. Sauerburg, sein Sohn, preußischer Oberstleutnant ("General", wie bei N.I. Grech beschrieben, war er wohl eher doch nicht) war dann der Vater von Charlotte Aurora. Da er keine Söhne hatte, starb das Geschlecht der Sauerbrey v. Sauerburg nach dieser Generation laut unserem Kenntnisstand wieder aus.

Jedenfalls ist denkbar, dass Hans Heinrich v.F. bei der Wappenstiftung zu seiner Nobilitierung den gepanzerten Arm aus dem Wappen der Mutter übernahm, und dass daraus, da er ja Leutnant der Infanterie war, dann ein Schwertarm wurde.

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Re: Kolorierung Familienwappen

Beitrag von RobertK. » 07.10.2020, 13:19

Hallo,

ich nehme an, dass Sie das "Wappen" mit dem geharnischten Arm hier gefunden haben:
https://www.heraldrysinstitute.com/lang ... dc/784085/#
Deutlich seriösere Informationen zum Wappen "Sauerbrey von Saurburg" erhalten Sie auf der Seite des Österreichischen Staatsarchivs:
https://www.archivinformationssystem.at ... ID=3111372

Beste Grüße
Robert

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Re: Kolorierung Familienwappen

Beitrag von v.Freyhold » 07.10.2020, 13:22

Das ist ja interessant. Ja, das Bild stammt aus dem ersten Link.

Da ergeben sich ja noch ein paar weitere Ansätze für unsere Familienforschung... :D

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Berlingo
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Re: Kolorierung Familienwappen

Beitrag von Berlingo » 07.10.2020, 13:35

v.Freyhold hat geschrieben:
07.10.2020, 11:43
Hier übrigens einmal ein Wappen der Sauerbrey v. Sauerburg, welches ich vor einer Weile zufällig gefunden habe.

Bild
Das ist NICHT das Wappen der Familie Sauerbrey v. Sauerburg, sondern das Wappen der bürgerlichen Familie Wedel (Georg Wolfgang Wedel, geb. 1645 zu Golsen in der Niederlausitz, 1667 Land-Physikus zu Gotha, 1673 Prof. der Medizin in Jena, 1694 Comes palatinus, verstorben am 6. September 1721).

Und die Originalquelle dazu lautet:
J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, V. Band, 3. Abteilung; Zweitausend bürgerliche Wappen; Verfasser: Ad. M. Hildebrandt, G.A. Seyler; Publikation: Nürnberg: Bauer & Raspe, 1888. S. 91. Tafel 100

v.Freyhold
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Re: Kolorierung Familienwappen

Beitrag von v.Freyhold » 08.10.2020, 23:22

Hier einmal ein Versuch, den Adlerflug etwas feiner und filigraner zu zeichnen.

Bild

Meinungen dazu?

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Re: Kolorierung Familienwappen

Beitrag von v.Freyhold » 10.10.2020, 21:30

Hier nun mal das fast fertige Wappen, natürlich wird die Rangkrone nochmal neu gemacht.

Bild

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