Alter des Wappens

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UdovO
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Alter des Wappens

Beitrag von UdovO » 29.02.2024, 12:03

Guten Tag,
auf der Suche nach meinen Wurzeln stoße ich immer wieder auf Hindernisse. Seit Generationen befindet sich ein Wappen in unserer Familie und nun wurde mir mitgeteilt es sei einfach nur ein Wappen ohne Bedeutung. Ich habe mir nun überlegt ich würde gerne das Alter des Holzes feststellen, habe aber noch nicht gefunden wie und wo ich das machen kann und bin bei meinen Suchen auf dieses Forum gestoßen, ich dachte ich versuche es einfach mal und vielleicht findet sich hier jemand der mir einen Tipp geben kann oder sogar noch weiter helfen.
Ich bedanke mich im Voraus und verbleibe Erwartungsvoll
UdovO

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Jochen
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Re: Alter des Wappens

Beitrag von Jochen » 29.02.2024, 13:06

Willkommen im Forum "Heraldik im Netz" und vielen Dank für die Frage.

Es gibt kommerzielle Labore, die eine Altersuntersuchung vornehmen, beispielsweise nach der Radiokarbonmethode (die sich bei Holz wahrscheinlich anböte). Ich höre, daß das je Probe ein paar Hundert Euro anfallen sollen (ohne Gewähr).

Deswegen wäre es wohl das Einfachste, wenn wir hier ein Photo des Wappens hätten, dann könnten wir vielleicht schon eine Ersteinschätzung vornehmen.

Dazu benötigt man einen Bildhoster. Ich persönlich verwende diesen hier: https://imgbb.com
Ne suy plus vil que les aultres

jochen

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Re: Alter des Wappens

Beitrag von UdovO » 29.02.2024, 13:29

https://ibb.co/jykRKwR

den Link habe ich genutzt aber ich glaube so ist es nicht ganz richtig oder?

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Gerd
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Re: Alter des Wappens

Beitrag von Gerd » 29.02.2024, 13:33

Willkommwn im Forum!

Das ist schon richtig so. Ich ziehe das Bild mal direkt hier hin.

Bild
Mit besten Grüssen
Gerd
Bild

UdovO
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Re: Alter des Wappens

Beitrag von UdovO » 29.02.2024, 13:38

vielen Dank wenn ich gewusst hätte wie hätte ich es auch getan :roll:

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Jochen
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Re: Alter des Wappens

Beitrag von Jochen » 29.02.2024, 14:28

Das könnte interessant werden....

Es gibt eine (vermutlich) wappenführende Bremer Familie „Ohlen“ und die Familie „von Ohlen und Adlerskron“ in Siebmacher bzw. Rietstap. Das Wappen der ersteren Familie ist leider nicht abgebildet, und das der letzteren sieht ganz anders aus.

Eine provisorische Onlinerecherche nach dem Blason (in Siebmacher und Rietstap) brachte leider – vorläufig – keine Treffer.

Ein heraldisch einwandfreies und äußerst hübsches Werk, die handwerkliche Darstellung würde ich (vorbehaltlich einer näheren Betrachtung) als meisterhaft bezeichnen.

Stil: Nach meiner unbeachtlichen Meinung etwa wilhelminische Jahrhundertwende plus minus 30 Jahre.

Vorläufig kann ich persönlich noch keine Schlüsse ziehen. Mal schauen, was die Kollegen noch für Ideen haben.
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Re: Alter des Wappens

Beitrag von RobertK. » 01.03.2024, 09:16

Guten Morgen in die Runde,

bitte vergleicht Schild, Decken (!) und Schriftzug einmal mit dem Wappen "Zier" (Der Wappenschwindel, Seite 50).
Hier sind erhebliche Ähnlichkeiten zum Stil von Paul Gründel zu erkennen. Das muss nichts heißen, könnte aber dennoch einen Hinweis auf die Herkuft geben.
Bild

Beste Grüße
Robert

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Re: Alter des Wappens

Beitrag von Jochen » 01.03.2024, 11:09

Na, ich weiß nicht recht ... Auch wenn ich einen Fall von Wappenschwindel ebenfalls nicht ausschließen kann (zumal, wenn meine Zeiteinordnung zutreffen sollte), sehe ich hier eigentlich nicht genügend Ähnlichkeit mit dem Aufriß Paul Gründels....
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Re: Alter des Wappens

Beitrag von RobertK. » 01.03.2024, 11:12

Hallo Jochen,

die Decken sind zu 99% identisch, der Schild ebenso.

VG Robert

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Re: Alter des Wappens

Beitrag von Jochen » 01.03.2024, 11:23

Vielleicht habe ich ja auch nur einen Knick in der Optik... :oops:
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Re: Alter des Wappens

Beitrag von UdovO » 01.03.2024, 12:40

Hallo ich bin wirklich gespannt was es noch für Meinungen gibt dazu und freue mich über jeden Hinweis

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Re: Alter des Wappens

Beitrag von RobertK. » 01.03.2024, 12:48

Lieber Jochen,

vielleicht hilft das gegen den Knick:-)

Detailauschnitt-Vergleich:
Bild

Oder aber auch eine schnell gestrickte Metamorphose:
https://streamable.com/v1pk39

Alles was ich damit sage ist, dass es sich um eine gravierende Ähnlichkeit der Schablone handelt, bzw. dass der Wappenschnitzer sich an einem Aufriss von Paul Gründel orientiert hat. Damit ist keine Aussage über die Herkunft oder Stiftung verbunden.

VG Robert

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Re: Alter des Wappens

Beitrag von Jochen » 01.03.2024, 13:53

@Robert: Gegen den Knick ist wahrscheinlich kein Kraut gewachsen .... :roll: :roll: :roll:

@UdovO: Gibt es vielleicht noch irgendwelche Familienüberlieferungen zu dem Wappen ?

Sollte sich Roberts Meinung, daß das Wappen von einem bekannten Wappenschwindler stammen könne, als richtig herausstellen, wäre das übrigens nicht notwendigerweise ein Anlaß, das Wappen aufzugeben.

Das wurde schon an anderer Stelle hier im Forum diskutiert: Wenn das Wappen zum Erstellungszeitpunkte neu erstellt wurde, also nicht wie das "Wappen Zier" vom "Wappen Zierer" abgekupfert wurde, wäre (nach meiner unmaßgeblicher Meinung) die freiwillige Übernahme durch den betreffenden Vorfahren einer Neustiftung gleichzusetzen.

Bis jetzt konnte ja kein ähnliches und älteres Wappen ermittelt werden, die Ausgangslage ist also schonmal ganz gut...
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Re: Alter des Wappens

Beitrag von RobertK. » 01.03.2024, 14:18

Sollte sich Roberts Meinung, daß das Wappen von einem bekannten Wappenschwindler stammen könne, als richtig herausstellen, wäre das übrigens nicht notwendigerweise ein Anlaß, das Wappen aufzugeben.
Ich habe eben ganz klar gesagt, dass ich eben diese Meinung nicht vertrete:
"Alles was ich damit sage ist, dass es sich um eine gravierende Ähnlichkeit der Schablone handelt, bzw. dass der Wappenschnitzer sich an einem Aufriss von Paul Gründel orientiert hat. Damit ist keine Aussage über die Herkunft oder Stiftung verbunden."

...und damit ist nicht gesagt, dass der Wappenschnitzer ein "von Ohsen" Wappen aus der Hand von Gründel als Vorbild hatte, sondern lediglich, dass er ein (beliebiges) Wappen von Gründel als Basis benutzt hat.

Ansonsten schließe ich mich Deinen Aussagen voll an. Ein Wappen "Von Blau und Gold dreimal geteilt, belegt mit einer roten gestürzten Jakobsmuschel." habe ich bislang in den üblichen Werken nicht finden können. Und die Helmzierde "Flügel mit der Muschel" finde ich auch durchaus stimmig.

VG Robert

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Re: Alter des Wappens

Beitrag von Jochen » 01.03.2024, 14:33

RobertK. hat geschrieben:
01.03.2024, 14:18
....

Ich habe eben ganz klar gesagt, dass ich eben diese Meinung nicht vertrete:
"Alles was ich damit sage ist, dass es sich um eine gravierende Ähnlichkeit der Schablone handelt, bzw. dass der Wappenschnitzer sich an einem Aufriss von Paul Gründel orientiert hat. Damit ist keine Aussage über die Herkunft oder Stiftung verbunden."
...
Entschuldige bitte. Ich wollte Dir nichts unterstellen.
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