Digitalisierung von Wappen/Logos

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Joachim v. Roy
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Die rügensche Adelsfamilie von der O(e)he

Beitrag von Joachim v. Roy » 28.12.2020, 10:38

Am Rande sei der Hinweis gestattet, daß es noch heute in Norddeutschland
eine Familie VON DER OHE gibt, die sich von der rügenschen Uradelsfamilie
DE INSULA QUE DICITUR OE (1314) herleitet (Stammhaus auf der Insel Öhe
vor Schaprode). Die Stammreihe beginnt mit CURD VON DER OEHE, urkundlich
1470 bis 1490 (vgl. Adelslexikon, Bd. IX, Limburg a.d. Lahn 1998, S. 506 (Oehe).
Das Wappen der Familie findet sich im Siebmacher vom Jahre 1702: http://www.wappenbuch.com/imagesE/E165.jpg (DIE OHEN).

Sehr schön die identischen Siegelabbildungen eines WILLIKIN OE und eines
NICOLAUS DE WISCH, beide vom Jahre 1349, bei J. T. Bagmihl,
Pommersches Wappenbuch, Bd. I, Stettin 1843, S. 5, Tafel V.

MfG

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Tejas552
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Re: Digitalisierung von Wappen/Logos

Beitrag von Tejas552 » 28.12.2020, 11:35

Interessant, von dieser adligen Familie von der Ohe habe ich noch nichts gehört.

Mit meinen bäuerlichen "von der Ohe" bin ich in zwei Linien verwandt:

1. Meinhard thor Ohe (c. 1500 - 1556)
2. Michael thor Ohe (c. 1530 -1580)
3. Tithmar thor Oh/Ohe (c. 1550 -?)
4. ... ab da immer "von der Ohe"


1. Hans von der Nedderohe (*1556)
2. Hans von der Nedderohe, gen. Oberohe (1580-1639)
3. Hinrich von der Nedderohe, gen. Oberohe (1615-1690)
4. Peter von der Ohe (1651-1732), Vollhöfner
5 ... ab da immer "von der Ohe"

Offenbar handelt es sich um einen Fall von unbeabsichtigter Namensgleichheit. Das "Ohe/Oe" der rügischen Adelsfamilie leitet sich offensichtlich von der Bedeutung Oe = Insel ab. Bei meinen bäuerlichen von der Ohe vermute ich, dass der Name sich von "Aue", also "Wiese" ableitet.

Gruss
Dirk

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Benedict Lang
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Re: Digitalisierung von Wappen/Logos

Beitrag von Benedict Lang » 30.12.2020, 19:55

Vielen Dank @Tejas552 für die Hinweise! Nun mit manchen Anpassungen tue ich mich schwerer als mit anderen.
Zu 2 und 3 lässt sich die Farbwahl sicherlich nochmals überdenken. Ich hatte die Farben auf meinem schlechteren Monitor im Urlaub gewählt und könnte diese nochmals anpassen. Allerdings muss ich sagen, dass wie du es bezeichnest "ein sattes gelb", wenn wir das ähnlich interpretieren halte ich das für ein typisches "Emoji gelb", das schnell - nun ja - etwas unharmonisch aussieht und ich finde nicht ganz der Zeit entspricht (es erinnert mich schnell an die früheren satten standard Farbtöne der Software Paint und ich wollte gerade weil ich mir die Mühe gemacht habe das Wappen neu zu machen ein moderneres Aussehen erreichen und dazu gehört meiner Meinung nach, dass nicht so schrille oder gesättigte Farben genutzt werden. Ich verstehe natürlich, dass ein Großteil der Wappen bisher mit satteren Farben dargestellt werden und du dir deshalb mehr Dynamik oder Sättigung wünschst, mir hat es im direkten Vergleich allerdings nicht gefallen und habe mich für Farben entschieden die eher denen eines Gemäldes nahe kommen als der Grafik eines Wappens).
Aber du hast Recht, ich habe den Farbton zu bräunlich gewählt, das hatte auch schon mein Vater bemängelt und ein anderer Kommentar den ich hörte war es sehe aus wie ein "nationalsozialistisches braun", dem gehe ich natürlich gerne aus dem Weg. Vorallem durch die Schattierungsfarbe wirkt das so dunkel im Verhältnis.

Den Rotton empfinde ich aber nicht zu bräunlich, es kann aber sein, dass hier das gold-braun das Empfinden mit beeinflusst, aber einen ticken heller kann ich es natürlich machen. Auch hier kann man sehen, dass es als ein sehr elegantes rot wirkt im Schild, im Löwen wirkt es deutlich dunkler, da hier die Konturen und Schattierungen in einem dunkleren Rot gewählt sind.

Zu 4: Das im Original aus dem Wappen dargestellte Buch wurde auch schon recht 3-Dimensional dargestellt. Zum einen wollte ich mich natürlich stark am Originalen orientieren um die Akzeptanz des modernisierten Wappens in meiner Familie zu erhöhen, zum anderen gefiel mir die Darstellung besonders der Schrift durch dicke schwarze Linien überhaupt nicht. Es sieht meiner Meinung nach aus wie von einem Kind gezeichnet, deshalb war es mir wichtig dieses zentrale Element im Mittelpunkt des Bildes zu modernisieren und ein gutes Stück echter darzustellen. Wenn ich es aus der Ferne betrachte muss ich dir Recht geben, dass das Element als einziges im Wappen ein Stück mehr oder vielleicht auch zu realistisch dargestellt ist (die übermäßigen feinen Linien in Buch und Federn tragen dazu leider stark bei). Aber um ehrlich zu sein habe ich eine ganze Weile daran rumprobiert und das war die einzige Version die mir gefallen hat. Das werde ich wohl erst ändern wenn ich wieder mehr Zeit habe.

Zu 5: Da muss ich dir zustimmen, aber ich wollte mich hier auch ans Original halten und wenn es größer dargestellt wird würde es schnell den Löwen überlappen oder er würde die rechte Waagschale überdecken. Ich kann das ganze mit einem Klick größer ziehen, aber ich bezweifel dass es gut aussieht wenn die beiden Elemente überlappen.

Zu 6: In den Gemälden wurde bisher das Gold oben Dargestellt, hier würde ich mich zwar nicht unbedingt an die Gemälde halten und die Form wie es im Wappenbrief festgelegt ist (hier auch Gold oben), da ich die Fläche des Tuches deutlich vergrößert habe musste allerdings auch ein Ausgleich her damit das Wappen weder prunkvoll mit Gold überladen wirkt, noch komplett Rot ist, da das Rot im Wappen ohnehin sehr häufig auf großen Elementen genutzt wird. Die oberen Tücher einfach umzudrehen schien mir die beste Abgrenzung/farbliche Variation um ein besseres Gleichgewicht der beiden Farben zu erreichen. Wenn man die Farben der oberen Tücher umkehren würde, wäre definitiv zu viel Rot im Wappen. Wäre das untere Tuch gedreht, käme das Gold des Tuches mit dem Gold des Schildhauptes in Konflikt.

Wenn ich mich hier also strikt an entweder unseren Wappenbrief oder an die Konvention halte, verliert das modernisierte Wappen künstlerisch an Wert. Das ist natürlich gewagt, wenn man den konservativen Regeln zumindest zum Großteil gerecht werden will. An manchen Punkten muss ich sagen, dass eine andere Art der Darstellung zwingend dazu führt, dass die Regeln gebrochen werden. Ich fühle mich künstlerisch eingeengt, wenn ich die Krallen des Löwen, die Zähne, das Feuer das er spuckt und das Auge alle rot darstelle, weil es im Wappenbrief nicht einzeln beschrieben ist. Ich finde im Wappenbrief wurde auf die wesentliche Symbolik und deren Farbdarstellung im Grundlegenden ausführlich eingegangen, aber wenn die oben aufgezählten Elemente alle rot sind da nicht näher beschrieben, sieht der Löwe sehr eintönig aus und er verliert an Lebendigkeit. Die Maler haben sich hier auch ihrer künstlerischen Freiheit bedient und das finde ich in manchen Elementen auch sinnvoll, solange die Bedeutung, die Symbolik oder der Charakter nicht verfälscht werden. Ich möchte als 20 Jähriger Jüngling hier natürlich auch nicht der moderne Typ sein, der denkt alles ändern zu müssen und den prägenden konservativen Charakter der Heraldik verachten. Deshalb unteranderem suche ich schließlich auch die Diskussion.

Zu 7 und 10: Ja das stimmt, es sind alle Elemente des Schildes gestaffelt übereinander, dadurch wirkt es gedrängt. Darauf hatte ich davor noch gar nicht geachtet da ich blind auf das Original geschaut habe. Allerdings ist in dem Blason beschrieben "Unter goldenem Schildhaupt, darin unter zwei gekreuzten silbernen Kielfedern ein aufgeschlagenes schwarzbeschnittenes Buch" und dem möchte ich mich natürlich beugen. Es ist für mich klar beschrieben also kann ich mich auch daran halten. Aber natürlich könnte man den Platz besser nutzen, wenn es meinetwegen zwei gekreuzte Federn links und rechts vom Buch wären oder jeweils eine auf jeder Seite, da hinter dem Kreuz keine Symbolik steht. Die Balsonierung hattest du vermutlich nicht parat, sonst hättest du dich daran gehalten oder?

Zu 9: Die Farbe werde ich anpassen, es ist ein dunkles grau-grün. Ich habe es gewählt, da ich es schon als Schattierungsfarbe der Blätter genutzt hatte und es einen schöneren Kontrast zu den vielen grünen Elementen darüber gibt. Die Maler konnten hier einen hellen grünen Schimmer reinbringen, das geht in der simplen Grafik so nicht. Ich kann den helleren Grünton der Rebe nehmen der ohnehin schon ein Grünton mehr in der Darstellung ist. Eventuell wähle ich eine hellere Schattierungsfarbe und Stelle die Rebe im Grün der Blätter dar, damit es nur zwei Grüntöne sind.

Zu 8: Ja an dieser Stelle bin ich mir auch uneinig. Zum einen lasse ich den Zusatz eventuell komplett weg, zum anderen gefällt es mir besser wenn ich eine andere Schriftart wähle. Die gotische Schrift hat einer der Maler, wie ich finde sehr passend zu den gotisch dargestellten Tüchern im Wappen des Originals, genutzt und die anderen haben diese übernommen. Nun habe ich das Wappen modernisiert und den gotischen Hintergrund damit entfernt. Trotzdem finde ich die Schrift bringt noch einmal etwas klassisches in das Wappen, damit es nicht zu modern wirkt. Der Herkunftszusatz kann dagegen unmöglich in so einer ausladenden Schrift dargestellt werden. Der Zusatz soll weniger Gewicht haben, wenn er kleiner dargestellt ist, ist die gotische Schrift zu gedrängt und nicht leserlich und zuletzt will eine gotische Schrift ja auch etwas anderes. Den Kontrast kann man natürlich auch geziehlt nutzen, den Familiennamen gotisch groß ausladend darzustellen und dem Zusatzes "vom Kaiserstuhl" den evtl. missverständlichen adeligen Charakter und die Gewichtung rauben. Ich habe viele Schriftarten ausprobiert und mir gefiel in Kombination mit der gotischen Schrift nur diese, da sie als Schreibschrift klassischer ist und sich von den maschinellen oder modernen Schriften abgrenzt und damit besser zu einem Wappen und dem "Lang" passt. Ich kann mir diese Schriftart gut für eine Winzerei vorstellen und dieser Charakter reicht für mich, dass es mit dem Gotischen harmonieren kann. Die Bedenken verstehe ich natürlich und das Kombinieren von alt und neu ist ohnehin nicht jedermanns Sache. Ich bin mir noch nicht schlüssig, ob ich den Zusatz nicht einfach weglasse, in vielen Fällen ist das längliche Wappen mit dem Familiennamen ohnehin schon sehr "lang :ironie: " und wird gezwungenermaßen mal mit Namen, mal ohne oder mal mit Zusatz dargestellt. Einheitlich wird es durch meine Entscheidung ohnehin nicht.

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Tejas552
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Re: Digitalisierung von Wappen/Logos

Beitrag von Tejas552 » 30.12.2020, 22:57

Benedict Lang hat geschrieben:
30.12.2020, 19:55
Vielen Dank @Tejas552 für die Hinweise! Nun mit manchen Anpassungen tue ich mich schwerer als mit anderen.
Zu 2 und 3 ....... ein moderneres Aussehen erreichen und dazu gehört meiner Meinung nach, dass nicht so schrille oder gesättigte Farben genutzt werden. ...
Hallo Benedict

für einen privaten Aufriss kannst Du selbstverständlich jeden Farbton wählen der dir gefällt. Jeder kann sein Wappen in Erdtönen oder Grauabstufungen darstellen, wenn er will. Wappen sollen aber grundsätzlich gut erkennbar sein und Wappenrollen empfehlen daher bestimmte satte und eindeutige Farbtöne. Der heraldische Verein Kleeblatt gibt dafür sogar RGB Codes an. Wenn man diese verwendet, liegt man immer richtig.

Benedict Lang hat geschrieben:
30.12.2020, 19:55

Zu 4: Das im Original aus dem Wappen dargestellte Buch wurde auch schon recht 3-Dimensional dargestellt. ...
Auch hier gilt, Erkennbarkeit ist alles. Schau Dir mal das Wappen der Universität von Oxford an. Heraldische Figuren haben grundsätzlich keine Tiefe. Ich finde die Darstellung des offenen Buches hier ideal:

Bild

Die Herausforderung bei Deinem Wappen ist, dass dem Buch sehr wenig Platz eingeräumt wurde. Das Buch räumlich zu verlängern um das Problem zu lösen ist aber keine gute heraldische Praxis.

Benedict Lang hat geschrieben:
30.12.2020, 19:55

Zu 5: Da muss ich dir zustimmen, aber ich wollte mich hier auch ans Original halten und wenn es größer dargestellt wird würde es schnell den Löwen überlappen oder er würde die rechte Waagschale überdecken. Ich kann das ganze mit einem Klick größer ziehen, aber ich bezweifel dass es gut aussieht wenn die beiden Elemente überlappen.
Überlappen sollten die Elemente nicht. Trotzdem kann man einen Weg finden, die Waagschalen grösser darzustellen. So ist der Löwe schon im Originalaufriss etwas zu klein. Er sollte in etwa die Länge des Schildes haben. Wenn der Löwe grösser ist, dann gibt es auch mehr Platz für die Waage.

Es ist aber auch nicht das grösste Problem bei Deinem Aufriss. Wichtiger ist z.B. die richtige Form und Farbgebung des Helmbunds. Auch im Originalaufriss ist der Helmbund eher zu klein.

Benedict Lang hat geschrieben:
30.12.2020, 19:55

Zu 6: In den Gemälden wurde bisher das Gold oben Dargestellt, hier würde ich mich zwar nicht unbedingt an die Gemälde halten und die Form wie es im Wappenbrief festgelegt ist (hier auch Gold oben), da ich die Fläche des Tuches deutlich vergrößert habe musste allerdings auch ein Ausgleich her damit das Wappen weder prunkvoll mit Gold überladen wirkt, noch komplett Rot ist, da das Rot im Wappen ohnehin sehr häufig auf großen Elementen genutzt wird. Die oberen Tücher einfach umzudrehen schien mir die beste Abgrenzung/farbliche Variation um ein besseres Gleichgewicht der beiden Farben zu erreichen. Wenn man die Farben der oberen Tücher umkehren würde, wäre definitiv zu viel Rot im Wappen. Wäre das untere Tuch gedreht, käme das Gold des Tuches mit dem Gold des Schildhauptes in Konflikt.
Ich fürchte hier gibt es keinen Kompromiss. Wenn der Blason verlangt, dass Gold oben (aussen) ist, dann muss Gold oben (aussen) sein. Was gar nicht geht ist ein Wechsel zwischen Gold oben und Gold unten wie in Deinem Aufriss. In der Regel ist die Farbe oben und das Metall unten.

Benedict Lang hat geschrieben:
30.12.2020, 19:55
... Ich fühle mich künstlerisch eingeengt, wenn ich die Krallen des Löwen, die Zähne, das Feuer das er spuckt und das Auge alle rot darstelle, weil es im Wappenbrief nicht einzeln beschrieben ist. Ich finde im Wappenbrief wurde auf die wesentliche Symbolik und deren Farbdarstellung im Grundlegenden ausführlich eingegangen, aber wenn die oben aufgezählten Elemente alle rot sind da nicht näher beschrieben, sieht der Löwe sehr eintönig aus und er verliert an Lebendigkeit. Die Maler haben sich hier auch ihrer künstlerischen Freiheit bedient und das finde ich in manchen Elementen auch sinnvoll, solange die Bedeutung, die Symbolik oder der Charakter nicht verfälscht werden. ...
Das Weisse im Auge des Löwen muss nicht blasoniert sein um weiss dargestellt zu werden. Für die Bewehrung und Bezungung (schönes Wort) gilt der Blason. Wenn dort nicht steht, dass der Löwe "silber bewaffnet" oder "gold bezungt" ist, dann sind Krallen und Zunge in der selben Farbe wie der Löwe selber darzustellen. Abweichungen vom Blason sind keine künstlerische Freiheit sondern ein fehlerhafter Aufriss.

Benedict Lang hat geschrieben:
30.12.2020, 19:55
Zu 7 und 10: ....Die Balsonierung hattest du vermutlich nicht parat, sonst hättest du dich daran gehalten oder?
Ja stimmt. Ich hatte nicht nicht ganzen Thread gelesen und bin davon ausgegangen, dass es ein Entwurf für ein neues Wappen ist. Wenn das Wappen bereits besteht und eingetragen ist, dann gilt der Blason. Ich gebe zu, die pfahlweise Anordnung so vieler Figuren (Dreiberg + Rebstock + Buch + gekreuzte Federn) ist eine echte Herausforderung für den Wappenkünstler. Die gewählte Anordnung erzwingt bei Deinem Wappen eine gewisse Kleinteiligkeit, was nicht ideal ist.

Benedict Lang hat geschrieben:
30.12.2020, 19:55
Zu 9: Die Farbe werde ich anpassen, es ist ein dunkles grau-grün. Ich habe es gewählt, da ich es schon als Schattierungsfarbe der Blätter genutzt hatte und es einen schöneren Kontrast zu den vielen grünen Elementen darüber gibt. Die Maler konnten hier einen hellen grünen Schimmer reinbringen, das geht in der simplen Grafik so nicht. Ich kann den helleren Grünton der Rebe nehmen der ohnehin schon ein Grünton mehr in der Darstellung ist. Eventuell wähle ich eine hellere Schattierungsfarbe und Stelle die Rebe im Grün der Blätter dar, damit es nur zwei Grüntöne sind.
Wenn der Dreiberg als grün blasoniert ist, dann muss er grün sein und es muss exakt dasselbe Grün sein wie das des Weinstocks. Es gibt in der Heraldik keine Farbabstufungen in einem Wappen. Ein Wappen ist kein Gemälde.

Benedict Lang hat geschrieben:
30.12.2020, 19:55
Zu 8: .... evtl. missverständlichen adeligen Charakter und die Gewichtung rauben. ....
Ich glaube nicht, dass der Zusatz "vom Kaiserstuhl" als historisches Adelsprädikat missverstanden wird. Wenn dir der Zusatz gefällt, dann würde ich ihn behalten und in der selben Schriftart darstellen wie der Name, nur etwas kleiner. Ich persönlich würde ihn weglassen.


Ich habe jetzt erst den Blason gelesen, den Dieter zur Verfügung gestellt hat:
"Unter goldenem Schildhaupt, darin unter zwei gekreuzten silbernen Kielfedern ein aufgeschlagenes schwarzbeschnittenes Buch, in Rot auf grünem Dreiberg ein goldener Weinstock mit grüner Rebe, daran drei goldene Trauben und drei grüne Blätter. Auf dem rot-golden bewulsteten Helm mit rot-goldenen Decken ein wachsender roter Löwe, in der rechten Pranke eine goldene Waage im Gleichgewicht haltend."

Jetzt ist es viel klarer:
Der Weinstock ist Gold nicht braun wie in Deinem Aufriss.
Die Trauben sind Gold nicht grau wie in Deinem Aufriss.
Die Rebe und Blätter sind grün, genau wie der Dreiberg. Das Grün muss überall exakt identisch sein.
Der Bund ist Rot-Gold nicht grau-silber wie bei Dir.
Der Löwe ist rot, dies gilt auch für Krallen, Zähne und Zunge. Abweichungen sind m.E. nicht zulässig.

Gruss
Dirk

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Gerd H.
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Re: Digitalisierung von Wappen/Logos

Beitrag von Gerd H. » 31.12.2020, 11:51

Hallo,
hier ist der Originalblason zum Vergleich:
https://eherold.org/emblem/wappen-lang-2/

Wie schon erwähnt sollte die Decke den Schild nicht überlappen.
Im Blason steht ...Auf dem rot-golden bewulsteten Helm mit rot-goldenen Decken... . Damit ist klar das der Wulst auch rot-golden sein muss (etwas grösser wäre auch besser) und bei der Decke Aussen Rot und Innen Gold ist, da die äussere Farbe zuerst genannt wird.
Der Dreiberg muss wie angegeben grün sein.
Das mit den gekreuzten Kielfedern über dem Buch ist unglücklich gewählt, da so zu wenig Platz ist für beides im Schildhaupt, aber nicht mehr zu ändern.
Die Waagschalen müssen auch Innen golden sein, da nichts anderes angegeben ist im Blason. Gleiches trifft auch auf die Bewährung und die Zunge des Löwen zu.

Alles andere ist eigentlich gestalterisch dir überlassen. Allerdings sollte man bedenken, dass im Schild keine 3D-Darstellungen gemacht werden sollten. Wappen orientieren sich da an die Zeit der Gotik und solche Darstellungen waren da völlig unbekannt.
Mit besten Grüssen
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Gerd

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Re: Digitalisierung von Wappen/Logos

Beitrag von joki » 07.02.2021, 23:23

Darf ich Johannes neuestes Werk vorstellen: Die 3D-Umsetzung des Katava-Wappens (Originalaufriss von Gerd)...

Johannes, x- mal Dank, x->∞, für die Arbeit, den Zeitaufwand und die unendliche Geduld.

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MfG
Joki

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Re: Digitalisierung von Wappen/Logos

Beitrag von Gerd H. » 08.02.2021, 01:39

Schöne Arbeit von Johannes :!: Meinen Glückwunsch :!:
Mit besten Grüssen
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Gerd

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Re: Digitalisierung von Wappen/Logos

Beitrag von Tejas552 » 08.02.2021, 09:56

Toll gemacht!!

Allerdings habe ich zwei kleine Nörgeleien:
1. Da der Wolf nicht als "natürlich" blasoniert ist, hätte ich eine heraldisch stilisierte Darstellung erwartet.
2. Der Blason verlangt einen rot bezungten Wolf. Die rote Zunge kann ich nicht erkennen.

Aber, wie gesagt, toll gemacht. Ich wünschte, ich könnte solche Arbeiten anfertigen.

Gruss
Dirk

PS Für meinen Geschmack könnte man die Glanzeffekte etwas runter fahren. Mir wäre der Helm zu chrom-glänzend. Die rotglänzenden Krallen des Wolfes könnten als Nagellack fehlinterpretiert werden :-)

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Re: Digitalisierung von Wappen/Logos

Beitrag von joki » 08.02.2021, 12:19

Ein braver, moderner Wolf streckt nicht
die Zunge raus...und ist leicht feminin
8) :lol: :ironie:
MfG
Joki

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Re: Digitalisierung von Wappen/Logos

Beitrag von Markus » 09.02.2021, 12:40

Egal ob der Wolf brav ist oder nicht, wenn es korrekt sein soll müssten seine berechtigten Anmerkungen noch umgesetzt, oder der Blason geändert werden.
Heraldische Grüße
Markus

Vollwappen im Wappenindex Greve:
https://www.familie-greve.de/wappeneint ... &wid=72488

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Re: Digitalisierung von Wappen/Logos

Beitrag von joki » 09.02.2021, 19:36

Johannes, Hilfe.. :!:
MfG
Joki

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Re: Digitalisierung von Wappen/Logos

Beitrag von Ziegenadler » 09.02.2021, 20:37

Hier bin ich!

Erst einmal an Dirk vielen Dank für die konstruktive Einschätzung und die Ratschläge. Die Zunge muss tatsächlich noch hinzugefügt werden, da habe ich ehrlicherweise nicht aufgepasst. In Absprache mit Joki sind wir über die einzelnen 3D-Entwürfe Schritt für Schritt einem natürlichen Wolf immer näher gekommen. Im Rahmen von Entwürfen, die darauf abzielen, ein Wappen etwas "realer" darzustellen, verläuft man sich leicht in eine zu reale Darstellungsweise, die von der Heraldik abweicht. Hier muss ich Dirk rechtgeben, dass es eigentlich falsch ist, den Wolf so darzustellen, wie ich es getan habe, wenn er nicht als ein solcher in der Blasonierung erwähnt wird.
Da ich den Anspruch habe, ein Wappen auch gemäß seiner Blasonierung darstellen zu können, überarbeite ich gerade die Grafik noch einmal - mit einem "echten" heraldischen Wolf. Letztendlich ist die Frage, ob man die 3D-Grafik als eine Phantasie seines Wappens besitzen möchte, die sich innerhalb der heraldischen, korrekten Richtlinien bewegt oder die über diese Regeln hinausgeht. Diese Entscheidung liegt dann bei Joki.

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joki
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Re: Digitalisierung von Wappen/Logos

Beitrag von joki » 09.02.2021, 22:20

Danke Johannes, ich bin eigentlich dafür verantwortlich, dass Wolf so "echt" und nicht heraldisch korrekt aussieht...eine kleine Entschuldigung ist unterwegs...
Besten Dank nochmals, auch an Dirk für die konstruktive Vorschläge...
Schönen Abend 🍷
MfG
Joki

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Re: Digitalisierung von Wappen/Logos

Beitrag von Tejas552 » 10.02.2021, 08:38

Ich bin sehr auf das Ergebnis gespannt.

Vielleicht noch ein Vorschlag: Ich würde die Schalmei/Pommer prominenter darstellen (deutlich breiter, etwas länger) und mit dem Schild auf eine Achse legen. Die Darstellung könnte dadurch harmonischer wirken.


Gruss
Dirk

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RobertK.
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Re: Digitalisierung von Wappen/Logos

Beitrag von RobertK. » 27.03.2021, 09:10

Guten Morgen in die Runde,

Johannes hat wieder einen Volltreffer gelandet. Ausgehend vom außerordentlich gelungenen Aufriss von Fritz Jahn, hat er mein Familienwappen in seinem bemerkenswerten Stil in 3D umgesetzt.
Zu dieser Art der Darstellung hatte ich keinen Zugang finden können, bis ich hier auf Johannes aufmerksam wurde. Ich finde, er macht das richtig gut und die weiter oben im Verlauf angesprochene Idee, ihm im Heraldik-Wiki eine Seite einzurichten, sollte bitte in die Tat umgesetzt werden.
Gerade der Beutelstand bekommt so richtig Tiefe und Volumen, klasse. Die größte Bestätigung für sein Werk hat er in meinen Augen von meiner Gattin erhalten, die mit großem Kunstverstand versehen ist und im Allgemeinen meine Sicht auf heraldische Dinge nicht wirklich teilt (beim Anblick von Johannes Zeichnung hielt sie mir einen begeisterten Vortrag im Sinne von „tolle Texturen und Glanzeffekte, Oberfläche Helm Wahnsinn […] so muss das aussehen, so ist das gut“).
An dieser öffentlichen Stelle nochmals „herzlichen Dank“!
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