Familienwappen mütterlicherseits

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Tejas552
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Re: Familienwappen mütterlicherseits

Beitrag von Tejas552 » 16.09.2020, 07:48

Darf ich kurz eine kleine waffentechnische Klammer öffnen (um sie dann sofort wieder zu schliessen)?

Mir fällt auf, das im inneren von Stechhelmen gern eine Art Polsterung gezeichnet wird. Diese Polsterung erlaubt es dem Wappenkünstler dass innere des Helmes farbig, meistens Rot oder Lila zu gestalten. Dagegen ist im heraldischen Zusammenhang nichts einzuwenden. Pedant der ich bin, möchte ich aber trotzdem kurz darauf hinweisen, dass es eine solche Polsterung im deutschen Stechhelm natürlich nicht gab. Der Reiter trug vielmehr eine gepolsterte Haube auf dem Kopf mit der er in den Helm schlüpfte und die dann mit dem Helm verknotet wurde. Die Innenseiten des Helmes selber aber waren blanker Stahl. Die Idee mit dem Innenpolster stammt von den welschen Armet-Helmen und wurde fälschlicherweise auf deutsche Stechhelme übertragen.
Dies soll keine Kritik sein und es soll auch kein Aufruf sein diese Praxis zu ändern - nur ein kleiner waffentechnischer Einwurf.
Ich schliesse damit die Klammer auch gleich wieder.
Gruss
Dirk

Rheinländer_
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Re: Familienwappen mütterlicherseits

Beitrag von Rheinländer_ » 16.09.2020, 09:32

GM hat geschrieben:
11.09.2020, 11:23

Bild
Im Vergleich (Pferd/Rosenzweig) für mich persönlich tatsächlich das deutlich schönere Wappen.

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RobertK.
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Re: Familienwappen mütterlicherseits

Beitrag von RobertK. » 16.09.2020, 09:51

Hallo in die Runde,

ich habe den Rosenzweig noch einmal intensiv betrachtet und finde, dass es sich um eine wunderschöne Ausschmückung für ein romantisches Bild handelt, weniger aber um eine brauchbare gemeine Figur. Der Codex Manesse ist vielerorts mit diesen lieblichen Ranken verziert (Herr v. Roy erwähnte dies bereits), wie z.B. hier beim Minnesänger Konrad von Altstetten:
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Wie gesagt: Sieht schön aus, aber auf einem Schild kann ich mir den gesamten Zweig nicht vorstellen. Abgesehen davon wäre es im Sinne von 'pars pro toto' sicherlich erstrebenswerter, mit einer einfachen Figur auszukommen – und hier wäre die einzelne Rosen(-blüte) folglich die erste Wahl.
Das Pferd in der Helmzier nehme ich mal als gesetzt an, insofern käme man vielleicht auch mit dieser schlichten Idee für den Schild weiter (Skizze):
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Beste Grüße
Robert

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Kaisertreuer2
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Re: Familienwappen mütterlicherseits

Beitrag von Kaisertreuer2 » 16.09.2020, 10:20

RobertK. hat geschrieben:
16.09.2020, 09:51
... (Skizze):
Bild

Beste Grüße
Robert
Sieht nicht schlecht aus.

VG Thorsten

Rheinländer_
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Re: Familienwappen mütterlicherseits

Beitrag von Rheinländer_ » 16.09.2020, 11:15

Dann kann ich die ja auch noch mal hochladen....
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Kaisertreuer2
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Re: Familienwappen mütterlicherseits

Beitrag von Kaisertreuer2 » 16.09.2020, 11:36

Nr. 1 gefiele mir auch gut. Aber da müßte sich auch der Wappenstifter dazu äußern.

VG Thorsten

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Re: Familienwappen mütterlicherseits

Beitrag von kalex1946 » 16.09.2020, 19:10

Hier eine Variante von dem Weckenkonzept

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Gruß aus South Carolina
Kurt

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Tejas552
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Re: Familienwappen mütterlicherseits

Beitrag von Tejas552 » 17.09.2020, 07:09

RobertK. hat geschrieben:
16.09.2020, 09:51
Hallo in die Runde,

ich habe den Rosenzweig noch einmal intensiv betrachtet und finde, dass es sich um eine wunderschöne Ausschmückung für ein romantisches Bild handelt, weniger aber um eine brauchbare gemeine Figur.
Hallo Robert,

der Rosenstrauch (Rosenstock, Rosenzweig, Rosenbusch) ist ohne jeden Zweifel eine gebräuchliche, gemeine Figur, die ohne Probleme in einem Wappen verwendet werden kann.

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Wenn man keinen Rosenstrauch verwenden dürfte, bzw. er nicht heraldisch brauchbar sein sollte, dann wäre nach der selben Logik auch keine Eiche, Linde oder Tanne verwendbar.

Also nochmals, ein Rosenstrauch ist eine völlig vollwertige heraldische Figur. Ob man sie der sehr viel häufiger verwendeten, und damit konventionelleren Rosenblüte vorzieht ist Geschmacksache und damit eine Frage für den Stifter.

Ich finde, dass der heraldische Rosenstrauch oder -zweig, in diesem Fall einen grossen Vorteil über die einfache Rosenblüte hat. Dieser Vorteil liegt in der Farbkomposition. Gold und Rot sind ähnliche Töne und damit wenig kontrastreich. Das Grün des Rosenstrauchs erhöht den Kontrast des Schildbildes und bringt irgendwie "Leben" in das Wappen.


Gruss
Dirk

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GM
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Re: Familienwappen mütterlicherseits

Beitrag von GM » 17.09.2020, 11:05

Im Prinzip stimme ich dem oben Gesagten zu. Es geht im vorliegenden Fall - glaube ich - allerdings weniger um die prinzipielle Verwendbarkeit von Rosenbüschen, -stöcken, -sträuchern als eher um die Prägnanz/Erkennbarkeit auf Entfernung der (ästhetisch schönen) Rosendarstellung im Schildkontext.
Ein weniger filigraner Aufriss (ggf. auch weniger Blätter) könnte dem vielleicht abhelfen.

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RobertK.
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Re: Familienwappen mütterlicherseits

Beitrag von RobertK. » 17.09.2020, 16:08

Hallo Dirk,

der Rosenstrauch (von mir aus können wir das gerne als Oberbegriff verwenden) wird, wie man auch bei Deinen Beispielen sieht, vornehmlich in der Kommunalheraldik verwendet. Ich persönlich bleibe dabei, dass mir diese Figur zu filigran ist. Mit den erwähnten Eichen- und Lindenbäumen kann ich mich aus dem vorgenannten Grund ehrlich gesagt auch nicht so recht anfreunden, lediglich Tannen lassen sich m.E. nach aufgrund des unverwechselbaren und einfachen Habitus in Gänze gut erkennen.
Hier geht es um eine "Geschmacksfrage" (wie Du ja auch schon geschrieben hast) und nicht um die Klärung der Frage "Welche Figuren sind gestattet" (und das sind Rosensträucher zweifelsohne).
Dem Argument bzgl. des schlechten Kontrastes bei Gold-rot stimme ich zu, wenngleich diese Kombination ja durchaus "normal" ist. Tauscht man auf Gold-blau, tritt dieses Problem nicht mehr auf:
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Warten wir mal ab, was der Stifter so sagt. Seit seinem letzten Beitrag kamen ja noch einige Vorschläge..


Beste Grüße
Robert

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