Stiftung eines Familienwappens für Familie Kuhn

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Tejas552
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Re: Stiftung eines Familienwappens für Familie Kuhn

Beitrag von Tejas552 » 06.04.2020, 10:36

Für mich wäre es eindeutig Entwurf 2. Der Schnitt und die beiden Kreuze stellen eine Verbindung zu Elbing her, die im Entwurf 1 fehlt. Entwurf 1 kommt als Einheit daher, während Entwurf 2 etwas zusammengestückelt aussieht. Also, für mich wäre die Entscheidung klar.

Gruss
Dirk

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GM
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Re: Stiftung eines Familienwappens für Familie Kuhn

Beitrag von GM » 07.04.2020, 21:56

Tejas552 hat geschrieben:
06.04.2020, 10:36
[...] die beiden Kreuze stellen eine Verbindung zu Elbing her [...]
... sind aber IMHO ein wenig klein(-geteilt) und auf Entfernung nur schwer mehr auszumachen.
Das schildbeherrschende Ährenmotiv verweist - wiederum IMHO - eher auf einen großagrarischen Junker als auf schlichte bäuerliche Herkunft (mal ganz abgesehen von meinen weitschweifigen Auslassungen u.a. zum Thema "bäuerliche Attribute" auf Seite 8 8) ).

Also explizit Elbing :wink: :

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Vergleich:
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Berlingo
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Re: Stiftung eines Familienwappens für Familie Kuhn

Beitrag von Berlingo » 08.04.2020, 01:13

onlyfiftythree hat geschrieben:
05.04.2020, 14:23
Ich meinte auch nicht ihr solltet das entscheiden, ehr eure Meinung noch einmal äußern was schöner umsetzbar (..)
"Schöner umsetzbar" ist für den einen dies, für den anderen das -- und sollte kein Ratgeber für ein Familienwappen sein. Ein Familienwappen sollte meiner unmaßgeblichen Meinung nach (IMHO) ein Zeichen sein, mit dem sich über Generationen hinweg Wappenführende identifizieren können.
  • In Entwurf 1 sind Kreuze (für Elbing) und Ähren (als bäuerliches Attribut) hauptsächlich die symbolischen Motivträger für eine Identifikationsmöglichkeit.
  • In Entwurf 2 sind Kreuze (Elbing) und ein stilisiertes Netz (noch mal Elbing) hauptsächlich die symbolischen Motivträger für eine Identifikationsmöglichkeit.
Gewissermaßen bietet daher der Entwurf 1 im Schild sinnbildlich zwei Bedeutungen für eine Identifikation an, Entwurf 2 aber nur eine -- und scheint daher, rein quantitav gesehen, geeigneter zu sein, von vielen Nachfahren als Kennzeichen akzeptiert zu werden.

Anders sieht die Sache aus, wenn man gestalterische Kriterien zu Grunde legt, mit denen sich Wappenführende über Generationen hinweg möglicherweise identifizieren können:
  • In Entwurf 1 wird ein Spagat zwischen Heroldsbild (Teilung), und flächigen, auf die Teilung gelegten Motiven (den Kreuzen) sowie einer gemeinen Figur (den Ähren) versucht. Das gemeinsame Auftreten von Heroldsbild und gemeine Figur ist die hohe Kunst der gestalterischen Heraldik -- und gelingt in wenigen Fällen. Entwurf 1 wäre vermutlich überzeugender, wenn die Ähren nicht als gemeine Figur gestaltet sind, sondern als Schnitt, der aus der Teilung ausgezogen wird.
  • In Entwurf 2 wirken dagegen flächige Nebenfiguren (Kreuze), Teilung, Schildhaupt und Netzmuster als optische, eher sinn- und bedeutungsfreie Einheit.
Gewissermaßen bietet daher der Entwurf 2 gerade wg. seiner Sinnfreiheit mehr Möglichkeiten, Identifikation über Generationen hinweg zu stiften als der Entwurf 1, der geradezu "herausschreit": "Ähre" -- nicht zu verwechseln mit "Ehre" ;-) -- ist das, was uns verbindet.

1001 Grüße
Zuletzt geändert von Berlingo am 08.04.2020, 09:21, insgesamt 1-mal geändert.

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Duppauer1
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Re: Stiftung eines Familienwappens für Familie Kuhn

Beitrag von Duppauer1 » 08.04.2020, 08:36

Hmm, eigentlich hab ich ja das Wappen mit den Kornähren bevorzugt!
Aber Berlingos Argumentation scheint mir schlüssiger! Das Wappen mit den 2 Tatzenkreuzen und dem Netz welches beides für Elbing stehen, ist für nachfolgende Generationen neutraler, es hat keinen beruflichen Bezug (Landwirtschaft), es verweist rein auf den Herkunftsort (Elbing) der Familie.
Nur würde ich die 2 Tatzenkreuze im rotem Feld gern größer sehen. Hier wäre vielleicht eine bessere Raumaufteilung der Felder sinnvoller.
Das Feld mit dem Netz beansprucht die Hälfte des Schildbildes und macht es, meiner Meinung nach, etwas unruhig. Diesem könnte man entgegenwirken, indem man evtl. den Bindenschild verwendet und die Symbole darauf legt. Die 2 Tatzenkreuze könnte dadurch auch etwas größer gezeichnet werden. Oder man verwendet zwischen den zwei roten Feldern eine silberne Leiste.
Bild Das gute Gelingen ist zwar nichts Kleines, fängt aber mit Kleinigkeiten an. (Sokrates)

Herzliche Grüße
Dieter

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RobertK.
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Re: Stiftung eines Familienwappens für Familie Kuhn

Beitrag von RobertK. » 08.04.2020, 11:20

Es wurde um Meinungsäußerungen bzgl. der beiden in die Auswahl gekommenen Entwürfe gebeten...

Entwurf 1:
In diesem Entwurf sind drei silberne Tatzenkreuze zu sehen, da fällt es mir schwer, einen Zusammenhang mit den beiden roten und silbernen Tatzenkreuzen aus dem Wappen von Elbing herzustellen. Gleiches gilt für das Netz, welches in Gold m.E. nach besser wirkt.
Der silberne Balken erschließt sich mir ebenfalls nicht so recht und wirkt wie eine Trennlinie zwischen oben und unten.
Alles in allem ist es meiner subjektiven Ansicht nach etwas unharmonisch.

Entwurf 2:
Die beiden Tatzenkreuze in verwechselten Farben hatten wir bereits in vielen Entwürfen gesehen und gefallen mir vom Ansatz her sehr gut; zusammen mit den (zu vielen?) Ähren sehen sie aber etwas „an den Rand gequetscht“ aus. Der Schild ist mit Symbolik überfüllt. Weniger wäre auch hier mehr.

Um es kurz zu machen:
Beides sind nicht meine Favoriten von den mittlerweile 66 (?) Entwürfen im Verlauf dieses Themas, mir persönlich muss es aber auch später nicht gefallen.

Beste Grüße
Robert

Rheinländer_
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Re: Stiftung eines Familienwappens für Familie Kuhn

Beitrag von Rheinländer_ » 08.04.2020, 13:20

An weniger Ähren im Schild soll es nicht scheitern. Wäre ja machbar. Gab es Anfnags irgendwo schon mal einen Entwurf (3 Ähren?). Ideen sind bestimmt noch genug da.

Ließe sich im Zweifel vielleicht hieraus noch was machen?

Bild

Vielleicht muss einfach was Ruhe einkehren, um alles mal zu überdenken.

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RobertK.
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Re: Stiftung eines Familienwappens für Familie Kuhn

Beitrag von RobertK. » 08.04.2020, 16:48

Den Tatzenkreuzschnitt hatte ich schon am 21.03. (Seite 5 unten) ins Rennen gebracht, eine Reaktion darauf blieb seinerzeit aus.
Ich werde keine neuen Vorschläge mehr machen (man hat doch nun auch zwei Favoriten) und man sollte Familie Kuhn in Ruhe überlegen lassen.
Das ist aber nur meine ganz persönliche Meinung:-)

Beste Grüße

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Re: Stiftung eines Familienwappens für Familie Kuhn

Beitrag von Rheinländer_ » 08.04.2020, 18:59

Hatte ich garnicht mehr auf dem Schirm.... Danke für den Hinweis. I
ch schließe mich der Meinung einfach nunmehr an.

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GM
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Re: Stiftung eines Familienwappens für Familie Kuhn

Beitrag von GM » 11.04.2020, 16:20

Duppauer1 hat geschrieben:
08.04.2020, 08:36
[...] Nur würde ich die 2 Tatzenkreuze im rotem Feld gern größer sehen. {...] Oder man verwendet zwischen den zwei roten Feldern eine silberne Leiste.

Bild

onlyfiftythree
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Re: Stiftung eines Familienwappens für Familie Kuhn

Beitrag von onlyfiftythree » 11.04.2020, 23:02

Nochmals vielen Dank für die Kommentare und Skizzen.

Ich habe momentan ein paar Skizzen bei mir aufgegangen und lasse diese mal 2 Wochen auf mich wirken, deswegen bin ich momentan etwas abwesend hier.

Wünsche euch trotzdem allen schöne Ostern!

Liebe Grüße

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Re: Stiftung eines Familienwappens für Familie Kuhn

Beitrag von Duppauer1 » 12.04.2020, 17:34

Danke Reinhard für die Umsetzung meines Vorschlags ! :)
So erkennt man die Tatzenkreute auf die Ferne hin besser, das Feld mit dem Gitter verschwimmt eh auf die Ferne hin.
Wie wird so oft hier im Forum gesagt man sollte das Wappenbild noch in Avatargröße erkennen können.
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Herzliche Grüße
Dieter

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Re: Stiftung eines Familienwappens für Familie Kuhn

Beitrag von Berlingo » 15.04.2020, 01:27

Tejas552 hat geschrieben:
31.03.2020, 06:41
PPS Als kleiner Einschub - Hier ist eine interessante Diplomarbeit zur Heraldik mit vielen historischen Wappendarstellungen:

https://docplayer.org/57723613-Diplomar ... lmann.html

Figur 87 ist kurios:

"In Gold ein rotbezungter mit silbernen Hinterläufen und silbernem Schwanz versehener schwarzer Biber mit Wolfskopf." -- Vielleicht ist das was für Heraldik-Wiki.
Jaein.
Der Vollständigkeit halber sei darauf hingewiesen, dass diese Wappenbeschreibung fehl geht; nach unserem heutigen Verständnis mögen wir in dieser Darstellung einen "Wolfskopf" sehen, aber in der damaligen heraldischen Stilisierung war es durchaus üblich, ein harmloses Nagetier wie den Biber als eine Art Raubtier (z. B. wie einen Wolf) darzustellen. Tatsächlich ist in der Literatur, die mir vorliegt, nicht von einem "Bieber mit Wolfskopf" die Rede, sondern einfach nur von einem "schwarzen Bieber mit silbernen Hinterläufen und ebensolchem Schuppenschwanz" (redendes Wappen des Wiener Bürgergeschlechts Piber, welches nicht zu verwechseln ist mit dem Adelsgeschlecht Piber und deren Wappen).

Notabene: Ein silberner Schuppenschwanz ist bei einer schwarzen Bieberfigur nichts Besonderes, vergleiche das Wappen derer von Bibra: https://de.wikipedia.org/wiki/Bibra_(Adelsgeschlecht)

1001 Grüße

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Re: Stiftung eines Familienwappens für Familie Kuhn

Beitrag von RobertK. » 09.05.2020, 14:43

Hallo in die Runde,

auf der Homepage des Heraldikers Elmar Siemssen wird das Wappen der Familie Hohenfeld aus Elbing gezeigt (siehe hier: https://www.familienwappen-erstellen.de ... strierung/).
Auch hier eine interessante Umsetzung!

Beste Grüße
Robert

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