Konkludente Aussagegehalte der Wappenführung

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Markus
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Re: Konkludente Aussagegehalte der Wappenführung

Beitrag von Markus » 14.11.2018, 13:38

Ich bitte darum, diese Diskussion auf rein heraldische Aspekte zu beschränken. Andernfalls sehe ich mich gezwungen, selbige zu schließen. Vielen Dank!
Heraldische Grüße
Markus

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GM
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Re: Konkludente Aussagegehalte der Wappenführung

Beitrag von GM » 14.11.2018, 19:00

Ich bin eh „dann mal weg“ hier ... :roll:

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Kaisertreuer2
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Re: Konkludente Aussagegehalte der Wappenführung

Beitrag von Kaisertreuer2 » 15.11.2018, 17:42

Hallo alle zusammen,

so richtig verstehe ich den Faden hier nicht, aber vielleicht liegt es auch an mir, „intellektuell einfach gestrickt“, was nicht unbedingt immer ein Nachteil sein muß.

Ein Wappen hat für mich eine Klammerfunktion, ist das bildliche Symbol einer Familie. Es symbolisiert optisch (darum besonders einprägsam und wiedererkennbar) eine Abstammungsgemeinschaft gleichen Namens und ist eines von vielen Mitteln zur eignen Standortbestimmung. Das Wappen grenzt ab, gegenüber anderen Familien und, fügt die eigene enger zusammen. Es hilft bei der Identität der Familiengemeinschaft, die ich eine Stufe über der Einzelperson sehe. Wenn diese Familie besondere Taten vollbrachte und sich dies in dem Wappen durch Aufwertungen (besonderer Helm, Krone usw.) sich widerspiegelt, was soll das stören? Warum soll man als Nachgeborener dies nicht zeigen dürfen? Wenn ein Urgroßvater viel Geld verdiente, daß man noch die Nachkommen gut davon leben und wirtschaften können, ist das ähnlich. Soll man es ihnen neiden oder etwa nicht besser nachahmen? Das ist die Antriebsfeder unserer Gesellschaft, den Anschluß gewinnen oder es noch besser zu machen.

Fähigkeiten lassen sich auch vererben, mal mehr, mal weniger. Wie sie sich dann entfalten können, hängt auch von einem selber und der Umgebung ab. Weiß aber nun nicht, warum der in letzter Zeit inflationär auftauchende Begriff „rassistisch“ auch hier gebraucht wird. Wer die identitätsstiftende Wappenführung, die sich seit über 1000 Jahren in Europa und auch in Japan entwickelte, als überholt ansieht, oder diskriminierend, der kann es auch seinlassen oder ignorieren. Das müssen wir ja in vielen anderen Dingen auch so tun. Niemand zwingt einen zur Wappenführung. Aber es ist interessant zu sehen, daß die Wappenführung schon zu einer Zeit, als es kaum Familiennamen gab, schon eine solche kennzeichnete. Diese Kennzeichnung und Wiedererkennbarkeit war natürlich in der Oberschicht erst einmal wichtiger als bei der Bauern- oder Bürgerfamilie, wurde aber dann dort als eine gute Idee gerne übernommen. In Japan gibt es wohl inzwischen keine Familie mehr, die nicht ein Kamon führt. In Deutschland gab es vor der Wappenführung auch schon die runenartigen, die Familie und Person kennzeichnende Marken (Name ist mir jetzt entfallen).

Wie die Wappenführung heute gesehen wird, hängt wohl auch vom geschichtlichen Umfeld ab, muß aber nicht auf Feudalismus hinweisen. Großbritannien hat eine ungebrochen und fein differenzierte heraldische Tradition, aber auch die Schweizer führen gerne Wappen, obwohl sie mit dem Feudalismus wenig zu tun haben.

Wie auch immer, man sehe Wappen einfach als identitätsstiftendes Familiensymbol an, wie auch jede Firma ihr eigenes Logo braucht. Natürlich könnte man alles gleichmachen, dann müßte man aber auch die Vor- und Familiennamen abschaffen und sich nur noch mit einer Steuernummer zufrieden geben. Ist gut für Maschinen, widerspricht aber dem Menschen.

Ich behaupte darum mal kühn, selbst hätte es keinen Feudalismus gegeben, so gäbe es doch heute Familiensymbole, weil die Symbolik im Menschen verankert ist.

VG

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