Wappen Motz - Kassel

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degoed
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Wappen Motz - Kassel

Beitrag von degoed » 29.10.2011, 00:09

Hallo zusammen,

ich such die Blasonierung des Wappens der Familie Motz (später von Motz) aus Kassel. Ich habe lediglich diese Abbildung eines Siegels von 1753:
Bild

Links das Wappen Motz - rechts Goeddaeus (Kleeblatt): Christian Heinrich Motz (1687-1751) oo 1727 Maria Amalia Goeddaeus (1710-1784).

Ich danke im Voraus und wünsche allen ein schönes Wochenende!

Herzliche Grüße

degoed

SR-7v
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Re: Wappen Motz - Kassel

Beitrag von SR-7v » 29.10.2011, 05:12

degoed hat geschrieben:Blasonierung des Wappens der Familie Motz (später von Motz) aus Kassel.

Rietstap:

Motz D'argent à quatre haches d'armes de sable emmanchées d'or disposées en sautoir le bout des manches dirigé vers le coeur de l'écu le tout acc en chef d'une fleur-de-lis de gueules Casque couronné Cimier un loup issant d'or accosté de deux pennons adossés d'argent et d'or attachés à des lances d'or Lambrequin à dextre d'or et de sable à senestre d'argent et de gueules

Zedlitz: do.
Kneschke: notorisch unzuverlässig, hier etwa: keinerlei Decken angegeben.

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degoed
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Beitrag von degoed » 29.10.2011, 06:08

Hallo SR-7v,

besten Dank! Nun habe ich das nächste Problem: Ich kann gerade mal französische Speisekarten oder Weinetiketten mit viel Phantasie lesen. Also irgendetwas mit Silber und Gold und Lilie...

Kann mir das jemand übersetzen - ich wäre sehr dankbar!

Herzliche Grüße

degoed

Joachim v. Roy
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Wappen des hessischen Geschlechts v. Motz

Beitrag von Joachim v. Roy » 29.10.2011, 07:12

Als die Geschwister JOHANN HEINRICH MOTZ, Landgräflich hessen-kasseler Regierungsrat, FRIEDRICH LUDWIG MOTZ, Landgräflich hessen-hanauer Kriegs- und Kammerrat, JUSTIN HEINRICH MOTZ, Landgräflich hessen-kasseler Regierungsrat, KARL HEINRICH MOTZ, Landgräflich hessen-kasseler Hauptmann, und MARIA MARGARETHE MOTZ d.d. Wien 15. April 1 7 8 0 in den rittermäßigen Reichsadelsstand erhoben wurden, da wurde ihnen das folgende Wappen verliehen:

lt. Rietstap, Armorial Général: „In Silber vier andreaskreuzförmig gestellte, die Stiele mit ihren Enden zur Mitte des Schildes hin ausgerichtete schwarze S t r e i t ä x t e , das Ganze oben begleitet von einer roten L i l i e . Auf dem gekrönten Helm mit rechts schwarz-goldenen, links rot-silbernen Decken ein wachsender goldener Wolf, begleitet von zwei abgewendeten silbernen und goldenen Bannern an goldenen Lanzen.“

lt. Adelslexikon IX (1998), S. 209: „ In Silber vier mit ihren goldenen Stielen im Schrägkreuz liegende schwarze S t r e i t h ä m m e r, überhöht von einer roten L i l i e . Auf dem Helm mit rechts schwarz-goldenen, links rot-silbernen Decken ein wachsender goldener Wolf zwischen zwei silbernen Fähnchen.“

Da auch das oben vorgestellte Siegel vier S t r e i t h ä m m e r zeigt, dürfte die Angabe bei Kneschke (Adelslexikon VI [1865], S. 369) und bei Rietstap, daß das Wappen vier S t r e i t ä x t e aufweise, i r r i g sein.


Freundliche Grüße vom Rhein

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degoed
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Beitrag von degoed » 29.10.2011, 13:01

Hallo Herr v. Roy,

großartig! Vielen Dank für die ausführlichen Informationen. Ich sehe in dem Wappen auch eher Streithämmer als - äxte.

Weiterhin ein schönes Wochenende!

Herzliche Grüße

degoed

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Claus J.Billet
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Beitrag von Claus J.Billet » 29.10.2011, 14:16

Sehe ich auch so :lol:
Streithammer oder auch Reiterhammer genannt.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/c ... entury.PNG
www.Wappen-Billet.de
M.d.WL.
M.d.MWH.

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degoed
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Beitrag von degoed » 29.10.2011, 17:21

Wirklich fiese Waffen - damit konnte man sicher einen Helm wie eine Walnuss knacken. Mit Leuten die Motz heißen und solche Killerwerkzeuge im Wappen führen, wollte ich mich nicht anlegen :lol:

hospes
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Beitrag von hospes » 30.10.2011, 14:33

Guten Tag,
im Hessischen Wappenbuch fand sich auf Seite 100 & 101 folgender Eintrag:

MOTZ
StA Ma. OR Witzenhausen, Küch Siegel 251, 18; Eckart, Witzenhausen; Denkmalmuseum im Marstall zu Kassel, Grabmal in Kassel; DGB 84 (Hessen 8 ) S. 729;
Hütterroth, Althess. Pfarrer: Hess. Chr. 1912, 86; Zülch, Sippe Zülch; Witzenhauser Kreisblatt 1911 S. 130.
Stammvater dieses bedeutenden Geschlechts ist Henne Motz, Büttcher zu Witzenhausen, 1493 tot; Johannes Motz, 1487 bis 1527 letzter Prior des Wilhelmiten-
Klosters ebd., † 1549 als evang. Pfarrer zu Kleinalmerode; Hans Motz, 1559 Ratsherr, 1565 Kämmerer, 1567 Bürgermeister, 1570 Schultheiß, siegelt mit
einem Hakenkreuz, desgl. sein Sohn, der Bürgermeister Hans Motz (1565-1611), dieser auf dem Helm zwischen zwei Haken einen wachsenden Wolf, sein
Bruder, der Klostervogt Jost Motz, führt ein anderes nicht mehr erkennbares Siegel. Aus den zwei gekreuzten Haken entsteht dann das spätere Wappen:
in einen Schragen gelegte Böttgerhämmer, so der Sohn des Bürgermeisters Johann Christian Motz (1604-1683), der Hess. Kriegsrat, Kommandant und
Oberst, und sein Sohn Justinus Eckart Motz, Prokanzler und Reg.-Rat, † Kassel 1723. Die anderslautenden Angaben bei Kneschke Adelslexikon sind
hiernach zu berichtigen. Ein Andreas Motz, Bürger zu Biedenkopf, siegelt mit einem Kalbskopf im Schild (Motzel=Milchkalb nach Vilmar, Hess. Idiotikon).


Mir freundlichen Grüßen
Jens

Joachim v. Roy
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Beitrag von Joachim v. Roy » 30.10.2011, 14:57

Vielen Dank für diesen wertvollen Hinweis !! Da die Stammreihe des hessischen Geschlechts MOTZ – lt. Adelslexikon IX (1998), S. 209 - mit dem Witzenhausener
B ö t t c h e r m e i s t e r und Weinhändler HENNE MOTZ, * um 1441, + 1493, beginnt, so wäre es durchaus denkbar, daß es sich bei den fraglichen Hämmern ursprünglich um das Handwerkszeug eines B ö t t c h e r s handelte. Die Frage ist jedoch, wie diese Hämmer im A d e l s d i p l o m vom 15. April 1780 bezeichnet wurden. Man müßte schon in das - in Wien aufbewahrte - Konzept des Diploms Einblick nehmen, um diese interessante Frage abschließend beantworten zu können.

Freundliche Grüße vom Rhein

SR-7v
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Beitrag von SR-7v » 30.10.2011, 21:46

Nachdem hier ja der Schwerpunkt HERALDIK lautet, läge es in der Natur der Sache, als allererstes im Siebmacher nachzuschauen, bevor man auch nur in Erwägung zieht, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Oesterreichischen Staatsarchivs mit einer womöglich völlig unnötigen Anfrage zu behelligen.



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