Ursprung des gekroenten Spitzhutes

Ihre Fragen zur Heraldik sind hier willkommen
Your questions concerning heraldry are welcome here

Moderatoren: Markus, Christian Ader

Irmgard
Mitglied
Beiträge: 711
Registriert: 21.10.2007, 12:44

Beitrag von Irmgard » 08.10.2011, 16:01

es ist wohl kein Hohlmaß..

Frank, da verrennst du dich oder ich verstehe dich nicht..
ein Hut oder etwas hutweise zu verkaufen ist kein Maß, sondern nur eine Form - siehe den heute noch gebräuchlichen Zuckerhut.


siehe:
Aufgabensammlung zum schriftlichen Rechnen in Nürnberg's Volkschulen: Band 1 - Seite 87

books.google.de1848 - Vollständige Ansicht
...
Er verkaufte davon 1 Hut zu 12 Pfund 8 Loth, 2 Hüte zu 21 Pfund 18 Loth, 4 Hüte zu 43 Pfund 20 Loth und 6 Hüte zu 70 Pfund 24 Loth; was behält er im Laden? 44) Ein Weinhändler verkauft von 12Fuder IIEimer 40 Maß ...

Benutzeravatar
Frank Martinoff
Mitglied
Beiträge: 3856
Registriert: 12.10.2005, 07:19
Kontaktdaten:

Beitrag von Frank Martinoff » 08.10.2011, 17:56

Hallo Irmgard,

verstehen tue ich es schon,...

aber wenn man schon die Hutform als
Versandform benuetzt muss es einen Grund haben, umgedreht waere es ein konisches Gefaess, in der man das nasse Salz presste, um es aber (nach dem trocknen) leicht wieder durch klopfen?! vom Gefaess zu entfernen muss es diese Form haben!
Nun ja, sonst haette es wenig Sinn es ueberhaupt in eine Form zu packen, Koerbe haetten genuegt!
Es waere auch sinnvoll gewesen die Gefaesse einheitlich zu halten, sonst haetten man diese Unmengen jedesmal wieder wiegen muessen!

Aber all das ist Nebensache, .................................
wuerde nur noch gerne den Nachweis finden, dass das Salz zwischen 950 und 1300 in Hutform nach Sued-Deutschland gesandt wurde,
damit ich die Theorie in Erwaegung ziehen kann!


obwohl auch n'bisschen komisch, denn da unten waren doch Salzlager vorhanden, bei denen durch die Ablagerung bedingt, die Hutform nicht noetig war! Man konnte das Salz brechen und auch so tranportieren!

SR-7v
Mitglied
Beiträge: 680
Registriert: 26.07.2011, 11:30

Beitrag von SR-7v » 08.10.2011, 20:15

Frank Martinoff hat geschrieben:obwohl auch n'bisschen komisch, denn da unten waren doch Salzlager vorhanden, bei denen durch die Ablagerung bedingt, die Hutform nicht noetig war! Man konnte das Salz brechen und auch so tranportieren!

………… wenn Sie »da unten« schreiben, dann meinen Sie wohl »da droben im Gebirge«?

http://de.wikipedia.org/wiki/Steinsalz
http://de.wikipedia.org/wiki/Salzhandel

Benutzeravatar
Frank Martinoff
Mitglied
Beiträge: 3856
Registriert: 12.10.2005, 07:19
Kontaktdaten:

Beitrag von Frank Martinoff » 08.10.2011, 20:29

Nein Nein, da unten ist geographisch gemeint,
Sueden ist immer Richtung "untere" Erd-Halbkugel!

Man spricht auch vom Hohen-Norden!

SR-7v
Mitglied
Beiträge: 680
Registriert: 26.07.2011, 11:30

Beitrag von SR-7v » 08.10.2011, 20:49

Frank Martinoff hat geschrieben:Nein Nein, da unten ist geographisch gemeint,
Sueden ist immer Richtung "untere" Erd-Halbkugel!

Man spricht auch vom Hohen-Norden!
Mein Geographielehrer durfte uns noch mit Prügeln bedrohen, wenn man von »unten« und »oben« statt »Süd« und »Nord« gesprochen hat…

Benutzeravatar
Frank Martinoff
Mitglied
Beiträge: 3856
Registriert: 12.10.2005, 07:19
Kontaktdaten:

Beitrag von Frank Martinoff » 08.10.2011, 20:53

SR-7v hat geschrieben:
Frank Martinoff hat geschrieben:Nein Nein, da unten ist geographisch gemeint,
Sueden ist immer Richtung "untere" Erd-Halbkugel!

Man spricht auch vom Hohen-Norden!
Mein Geographielehrer durfte uns noch mit Prügeln bedrohen, wenn man von »unten« und »oben« statt »Süd« und »Nord« gesprochen hat…
Vorsicht ...ich war Landesmeister!
Zwar lange her, aber ich kann mich noch an n'paar Sachen erinnern!
:wink:
Beim Schwarzen Guertel bleibt so einiges an Wissen haengen!
:wink:
Zuletzt geändert von Frank Martinoff am 08.10.2011, 20:56, insgesamt 1-mal geändert.

Benutzeravatar
Frank Martinoff
Mitglied
Beiträge: 3856
Registriert: 12.10.2005, 07:19
Kontaktdaten:

Beitrag von Frank Martinoff » 08.10.2011, 20:55

aber zurueck zum Thema, ...meine Beweisfuehrung war nicht so loechrig!
:wink:

Irmgard
Mitglied
Beiträge: 711
Registriert: 21.10.2007, 12:44

Beitrag von Irmgard » 08.10.2011, 22:24

und ich kann nicht sagen, ob Salz wie Zucker in Hutform geliefert wurde. Eigentlich kenne ich nur Bruch, Sack, Fass.

Die Maße für den Salzhandel waren um 1600 im Elsass:
Tonne, Hundert, Fardel, Hut, Sack, Fuß, Stübich, Malter und Scheibe

1 Hut = 2 Malter

Das führt sicher nicht zu einer Erklärung der ursprünglichen Frage. War für mich aber eine nette Übung, altes Wissen zu erneuern :-)

SR-7v
Mitglied
Beiträge: 680
Registriert: 26.07.2011, 11:30

Beitrag von SR-7v » 09.10.2011, 09:25

Wenn wir schon am wild spekulieren sind:

http://www.sensenshop.de/index.php/cat/ ... iopoqquab1


— da könnte man auch die eine oder andere Helmzier daraus entwickelt haben ;)

Irmgard
Mitglied
Beiträge: 711
Registriert: 21.10.2007, 12:44

Beitrag von Irmgard » 09.10.2011, 09:39

Prost! :lol:

Frühschoppen?

:mrgreen:

Benutzeravatar
Frank Martinoff
Mitglied
Beiträge: 3856
Registriert: 12.10.2005, 07:19
Kontaktdaten:

Beitrag von Frank Martinoff » 09.10.2011, 10:02

Ich sehe schon, da schaerft schon Jemand sein Schwert!
(Die Ritter faenden das wenigstens praktisch)

So kann man auch Unwissen kaschieren!

Oder Irmgard hat recht mit Ihrer letzten Bemerkung!

Schade Sie waren bei mir ganz oben auf der Latte!
:wink:
Wir haben "noch" keinen Absturz...aber schon mal (-2) :(

Irmgard
Mitglied
Beiträge: 711
Registriert: 21.10.2007, 12:44

Beitrag von Irmgard » 09.10.2011, 10:11

och Frank... es ist Sonntag!

Die Kegelform ist eine der elementarsten Geometrien und viele Namen leiten sich ab von Kegel- Kogel- .. es ist ganz klar, daß dieHutform einen Kegelform ist, weil man über Kegel den Filz dehnt und ein Kegel irgendwann auf jeden Kopfumfang passt.

Ein Hut (be)-hütet

Übertriebene Hutformen sind wie Autospoiler - man will sich abheben.

Wer nun welche Hutform in welcher Zeit warum trug ist sicher immer ganz speziell einer Epoche zuzuordnen, aber ob das Bildnis auch generell Gültigkeit hat? ..oder läßt man sich von Vermutungen dazu verleiten, Beweise zu finden?

Übrigens, wer keine Umwege und Abwege denkt, wird nie neue Wege finden ;-) also ... es ist Sonntag -

Prosit zum Frühschoppen!

SR-7v
Mitglied
Beiträge: 680
Registriert: 26.07.2011, 11:30

Beitrag von SR-7v » 09.10.2011, 10:48

Auch von mir allseits Prosit zum Frühschoppen!

Ich bin grundsätzlich für alle Deutungensversuche offen. Mit oder ohne Schoppen in der Hand ;)


edit: Lieber Frank Martinoff, ich ziehe die mißverständliche Formulierung »wild spekulieren« zurück, und setze stattdessen: »brainstorming«.

An dem Kumpf als Vorbild für die Büffelhörner könnte tatsächlich mehr dran sein — der älteste Adel mit Eigenbesitz war letztlich in der Hauptsache bäuerlich und nur im Nebenjob Schwertadel ;)

Irmgard
Mitglied
Beiträge: 711
Registriert: 21.10.2007, 12:44

Beitrag von Irmgard » 09.10.2011, 13:45

jetzt habe ich den Faden verloren..

ging es nicht ursprünglich um die Darstellung des Spitzhutes mit Krone oder Federn oder beidem?

Ich komme nochmal zurück auf den Hennin und die Marienverehrung.. daß mir dieser, wie ich meine, wichtige Aspekt in dem Zusammenhang nicht "verloren"geht ;-)

Aber damit ziehe ich mich auch erstmal wieder zurück. Denn von Wappen verstehe ich zu wenig.

Viel Erfolg und Spaß!

SR-7v
Mitglied
Beiträge: 680
Registriert: 26.07.2011, 11:30

Beitrag von SR-7v » 10.10.2011, 00:02

Bleiben Sie da, liebe Irmgard!

Zum Faden zurück: die (Spitz)Hut-Helmzierden finden sich, allerdings ganz prominent bei einer Personengruppe, bereits etliche Jahrzehnte, bevor der Hennin wirklich Mode war.

Hint: die alten Hochfreien waren es nicht, zumindest ist mir bis heute kein Wappen eines ursprünglich hochfreien Geschlechts mit Spitzhuthelmzier begegnet; die Hochfreien haben doch viel eher … oder … oder gerade die auf eine eigentlich bäuerliche Lebensweise hindeutende … .

;)

Was die Bekrönung angeht: gut möglich, daß da marianische Frömmigkeit eine Rolle spielt.

Antworten