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HFRudolph
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Beitrag von HFRudolph » 16.07.2010, 10:50

Mit Schatten darf dort gearbeitet werden, wo es zur räumlichen Darstellung erforderlich ist.

Grundsätzlich sind alle Bestandteile eines Wappens dreidimensional und zur dreidimensionalen Darstellung muss ansich mit Schatten gearbeitet werden. Manche Wappenrollen tragen allerdings auch gänzlich unschattierte Decken und Helm ein.

Je kleiner die Darstellung, umso eher kann darauf verzichtet werden und umso mehr gehen dreidimensionale Darstellungen unter.

Allerdings ist zu beachten, dass der Schild eine Fläche mit einem Bild darauf ist - um es salopp auszudrücken. Wenn man dort nun innerhalb der einzelnen Schildbilder mit Schatten arbeitet, weiß ich nicht, wie man dann den Schild als Ganzes noch flächig rüberbringen will - wobei ich meine, dass ganz leicht halbreliefartige Hervorhebungen durchaus möglich sind, die aber kein Gegenstand des Blasons werden können.

@Jochen: Welche Detaillierung wäre denn nicht mehr heraldisch? Man kann auch ein Wappen basteln und es mit Decken photographieren. Das wäre dann eine photorealistische Wappendarstellung - ein Photo würde wohl keine Wappenrolle eintragen wollen - wobei ich mir selbst da nicht sicher bin.

Die Detailtiefe von Decken und Helmzier sollten jedenfalls halbwegs zusammen passen.

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Jochen
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Beitrag von Jochen » 17.07.2010, 03:10

HFRudolph hat geschrieben:@Jochen: Welche Detaillierung wäre denn nicht mehr heraldisch? Man kann auch ein Wappen basteln und es mit Decken photographieren. Das wäre dann eine photorealistische Wappendarstellung - ein Photo würde wohl keine Wappenrolle eintragen wollen - wobei ich mir selbst da nicht sicher bin.
Berechtigte Frage.

Wenn man beispielsweise den fast schon photographischen Realismus von Hugo Ströhl betrachtet - der ja immerhin berechtigterweise als hochrangiger Heraldiker gilt - muß man wohl annehmen, daß dort noch nicht notwendigerweide Schluß sein muß.
Alles Gute all jenen, die Gutes im Schilde führen !

jochen

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JüSa
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Beitrag von JüSa » 18.07.2010, 15:57

Hallo an alle ...

zunächst Danke für die Antworten zum Thema "Schatten".

Die Antworten haben dann zu unserem nächsten Entwurf geführt. Diesen könnt ihr wie immer unter
http://www.fotoclub.de/JuSa/Privat?authkey=bfKvIfKyXeJG
anschauen. Wir hoffen mit unserem Wappen keine epileptischen Anfälle auszulösen :lol: .

Auch jetzt schon mal vielen Dank für die noch kommenden Anregungen. Einen schönen Rest-Sonntag wünschen
Sandra und Jürgen
Ist der Plan auch noch so gut gelungen,
verträgt er dennoch Änderungen ...

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HFRudolph
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Beitrag von HFRudolph » 19.07.2010, 10:33

Meine Freundin meinte sinngemäß "geht gar nicht" in Bezug auf den Scharzen auf dem Mohr-Wappen.

Ich hoffe, die Stifter wissen, was sie darstellen wollen. Das Präsentieren der Gegenstände auf der offenen Handfläche zeigt doch recht deutlich, dass die Helmzier sich diese Dinge nicht selbst zueigen macht und diese verwendet, sondern dass sie diese wie ein Dienstbote präsentiert, als menschliches Tablett sozusagen… Auch die ausgesprochen schlichte Bekleidung spricht für ein solches Verständnis.

Man könnte dem/der Schwarzen auch noch Ketten anlegen und Stern und Schreibutensilien auf einem Tablett servieren lassen, um die Distanzierung der Stifter von der dargestellten Figur deutlicher in Erscheinung treten zu lassen… Auch könnte man über einen Verzicht auf die Kleidung nachdenken. Eine konstruktivere Warnung kann ich leider nicht aussprechen.

Ich hoffe, meine Bedenken deutlich genug zum Ausdruck gebracht zu haben. Es ist immer zu bedenken, dass ein Wappen auch Aussagen treffen kann, die nicht unbedingt beabsichtigt sind.

Die Helmzier ist für meinen Geschmack zu androgyn. Das Tintenfass würde ich nicht farblich abheben, der Farbkontrast geht dort unter.

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derkleinefux
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Beitrag von derkleinefux » 19.07.2010, 20:18

Stimme dem Vorredner zu.
Wie wärs nur mit Tintenfass? (aber in silber-schwarz)
Beste Grüße,
Dietrich Kirschner

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JüSa
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Beitrag von JüSa » 25.07.2010, 10:53

Hallo zusammen

Danke zunächst für die Antworten. Gerne möchten wir auf die Hinweise von HFRudolph/derkleinefux eingehen.

Die Darstellung sollte auf keinen Fall auf einen "Dienstboten" hinauslaufen. Vielmehr sollte mit Stolz präsentiert werden, was man (welcher Mohr hat schon seinen eigenen Ritter :D ) sein Eigen nennt. Dieses versteckt man(n) normalerweise nicht (Liechtenstein oder Luxemburg ??? :roll: ).
Das die Darstellung "gar nicht geht" nehmen wir mal als subjektive Ansicht und bitten uns mitzuteilen, wie die Darstellung dieser Mohren in eingetragenen Wappen verstanden wird:
http://www.familie-greve.de/modules.php ... 1&wrolle=1
hier Wappen Urendorf, Ritter von
http://www.familie-greve.de/modules.php ... 1&wrolle=1
hier Wappen Virmont, Graf von
http://www.familie-greve.de/modules.php ... 1&wrolle=1
hier Wappen Neumann aus Pommern und Ostpreußen

Aber weiter zu Ihrem letzten Eintrag. Das Tintenfässchen, klarer Fehler von uns. Auch die Kleidung kann ich nachvollziehen, wenn auch ein, der Zeit entsprechender, einfacher Bürger dargestellt werden sollte und kein Adeliger.

Jedoch der Hinweis, dass der "Mohr" sich die Dinge nicht zu eigen macht, bewog und die Darstellung zu ändern.

Daher ist der Mohr nun ein Ritter, der in seiner Waffe das Sporenrad führt. Die Teilung der Kleidung ergibt sich aus den Bändern. Diese Darstellung soll das Wappen in der Zier wiederholen.

http://www.fotoclub.de/JuSa/Privat?authkey=bfKvIfKyXeJG

Wie stehen Sie zu den Änderungen?

Danke und einen schönen Sonntag an alle Leser,
Sandra und Jürgen
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HFRudolph
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Beitrag von HFRudolph » 25.07.2010, 12:19

Ganz deutlich besser, sehr erfreulich!

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JüSa
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Beitrag von JüSa » 25.07.2010, 15:42

Hallo noch mal ...

wir haben nun noch mal die Helmdecke angepasst und ein wenig Schatten eingefügt (nicht im Schild!).

Haben sich hier, bedingt durch die letzten Änderungen, noch Fehler eingeschlichen? Sollte dies nicht der Fall sein, ist auf nachfolgendem Link

http://www.fotoclub.de/JuSa/Privat?authkey=bfKvIfKyXeJG

(11. Bild auf Seite 2) die finale Version unseres Wappens zu sehen.

Sofern keine Bedenken bezüglich des Wappens mehr bestehen, bedarf es auch noch der korrekten Blasonierung. Da wir als Laien dieses Sprachstils nicht mächtig sind, bitten wir um Hilfe bei dieser nächsten (zumindest für uns :lol: ) Hürde.

Danke an alle und einen schönen Restsonntag,
Sandra und Jürgen
Zuletzt geändert von JüSa am 25.07.2010, 21:28, insgesamt 1-mal geändert.
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derkleinefux
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Beitrag von derkleinefux » 25.07.2010, 20:50

Wirklich nicht schlecht (höchstes Schwabenlob ;-)
Gleichwohl stört das braun des Mohren etwas die klare schwarz-weiß-Linie des Wappens.
Beste Grüße,
Dietrich Kirschner

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JüSa
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Beitrag von JüSa » 25.07.2010, 21:44

Hallo noch mal ...

Zwar gibt es Hinweise zu Wappenrollen hier im Forum, jedoch wird nur recht allgemein etwas zu diesen gesagt. Um in keine Falle zu tappen (unseriös, überzogene Preise etc.) wäre es schön, wenn wir Hinweise (ggf. per PN) zu Wappenrollen bekommen könnten, die vertrauenswürdig sind und neue Wappen eintragen. Hier im Forum sind offensichtlich viele, die einen wesentlich größeren Erfahrungsschatz hierzu besitzen. Gibt es eventuell eine Wappenrolle, die im Bereich Rhein/Mosel/Eifel aktiv ist?

Uns ist sehr daran gelegen, das von uns gestiftete Wappen auch an unsere Kinder und Kindeskinder weitergeben zu können. Muss der Träger des Wappens (also das/die künftige(n) Kinde(r) unseres Sohnes) männlich sein oder besteht auch die Möglichkeit dies auf weibliche Nachkommen (also ggf. Töchter) zu übertragen?

Danke schon mal für alle Antworten,
Sandra und Jürgen
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Claus J.Billet
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Beitrag von Claus J.Billet » 26.07.2010, 09:30

Etwas an Aufklärung..... :!:

:arrow: Lesen Sie einfach mal hier :
http://forum.ahnenforschung.net/forumdisplay.php?f=67
bzw.:
http://forum.ahnenforschung.net/showthread.php?t=16009

Oder Sie fragen bei den einzelnen Wappenrollen direkt nach deren Preisgestaltung an :!:
Zu finden hier rechts unter "Partnerseiten" :!:
Zuletzt geändert von Claus J.Billet am 26.07.2010, 09:55, insgesamt 1-mal geändert.
www.Wappen-Billet.de
M.d.WL.
M.d.MWH.

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HFRudolph
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Beitrag von HFRudolph » 26.07.2010, 09:51

Grundsätzlich kann die Helmzier zwar realistischer umgesetzt werden, als der Schild, jedoch sollte auch die Helmzier blasonierbar sein. Das heißt, dass z. B. auch die Ärmel und der Gürtel ggf. blasonierbar sein müsste. Ich habe jetzt nicht recherchiert und bin wirklich kein Spezialist für wachsende Figuren, aber auch dort sollten als Farben normalerweise die klassischen Tinkturen und Pelzwerke in Frage kommen. Es müsste im Grunde für alles eine klare Farbe angegeben werden können.

Die braune (natürliche) Hautfarbe halte ich für weniger problematisch, als die ansonsten nicht ganz eindeutigen Farbzuordnungen der Ärmel oder etwa des Gürtels. Die Darstellung kann durchaus in den Farben abweichen, so würde ich die Ärmel ohne zu zögern silber blasonieren, ohne mich an der Darstellung eines leichten Pastelltones zu stören. Allzu konservative Wappenrollen könnten sich allerdings daran stoßen.

Einen braunen Gürtel würde ich als rot blasoniern wollen, was aber wohl nicht beabsichtigt sein dürfte. Einen natürlichen Gürtel gibt es wohl nicht, weil ein Gürtel als menschliches Kunstprodukt keine natürliche Farbe hat.

Wo wir wieder beim Detailreichtum sind: Wenn etwas dargestellt wird, würde ich es auch blasonieren wollen. Ansonsten würde ich es nicht abbilden - zumindest was Schild, Decken und Helmzier angeht.

Für den Blason im Detail wären andere hier besser geeignet, etwa Jochen, der bereits von einer holen Seele sprach - ich müsste hier erst nachschlagen.

Juristisch gibt es keine Vorgaben für die Führungsberechtigung. Wenn auch über die weiblichen Linien das Wappen weitergegeben werden soll, wenn der Name weitergeführt wird, dann muss man vorher darauf achten, dass die Wappenrolle das akzeptiert, was bei den meisten Wappenrollen mittlerweile der Fall ist.

Bei dem neuen Helmdeckenansatz dachte ich auf den ersten Blick, dass das so nicht ginge, halte die Deckenführung im Ergebnis aber für unproblematisch, wenn auch ungewöhnlich.

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HFRudolph
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Beitrag von HFRudolph » 27.07.2010, 09:11

Gerade nachgeschlagen: Die Deutsche Wappenrolle scheint nach ihrer Satzung bislang lediglich Führungsberechtigungen im Mannesstamme zu akzeptieren.

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JüSa
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Beitrag von JüSa » 27.07.2010, 20:42

Einen schönen guten Abend an alle!

Zunächst ein Dankeschön an Herrn Billet für die interessanten und hilfreichen Links. Wie Sie empfohlen haben, sind wir mit verschiedenen Wappenrollen in Kontakt getreten und warten nun auf deren Antworten.

Auch danken wir HFRudolph für seine Antworten, vor allem zur Führungsberechtigung.

Bei der Farbgebung in der Helmzier möchten wir keine Änderungen vornehmen, da ansonsten kein Unterschied zwischen Wappenrock/Gewand und Gürtel/Gewand erkennbar wäre.

Wir weder daher versuchen, das Wappen in seiner derzeitigen Version in eine Wappenrolle eintragen zu lassen.

Nochmal ein Dankeschön an alle,

Sandra und Jürgen
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JüSa
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Beitrag von JüSa » 28.07.2010, 21:20

Einen schönen guten Abend ins Forum

Wenngleich wir keinen blassen Schimmer :roll: vom Blasonieren haben, haben wir es dennoch gewagt, uns an der Blasonierung unseres Wappens zu versuchen.

:!: Aus vorgenanntem Grunde bitten wir daher alle hier vertretenen Experten bei schwacher Gesundheit jetzt NICHT weiter zu lesen :!: :shock:

Hier unser Versuch:
Schild gespalten, vorne in Silber ein herschauender gespaltener Mohr durch die hohle Seele des Sporenrad schauend, hinten in Schwarz ein gespaltenes silbernes Sporenrad, auf bewulstetem Helm mit schwarz-silberner Decke ein wachsender, herschauender Mohr, zum Ritter im Mi-Partie-Wappenrock schwarz-silber mit Untergewand weiß gekleidet, braun begürtet, ein nach unten gerichtetes, mit beiden Händen vor der Brust gehaltenes Schwert mit Sporenrad als Griffzier, eine Kettenhaube auf dem Kopf

Wenn Sie sich wieder vom Lachkrampf und/oder Heulkrampf erholt haben, wären wir für Kommentare wie immer sehr dankbar.

Einen schönen Abend an alle Leser wünschen
Sandra und Jürgen
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