Oskar von Miller

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Jochen
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Oskar von Miller

Beitrag von Jochen » 07.05.2010, 22:59

Liebe Kollegen,

Oskar von Miller ( http://de.wikipedia.org/wiki/Oskar_von_Miller ) war der Begründer des einzigartigen Deutschen Museums in München.

http://www.deutsches-museum.de

Einen Besuch kann ich im übrigen nur aller-allerwärmstens empfehlen.

Oskar von Millers Vater, Ferdinand, wurde am 12.10.1875 in den erblichen bayerischen Adelsstand erhoben.

Ich vermute, daß die Familie bei der Adelung auch ein Wappen annahm.

Ich wäre dankbar für entsprechende Hinweise und bedanke mich bereits im voraus für Ihre/Eure Bemühungen...
Alles Gute all jenen, die Gutes im Schilde führen !

jochen

Joachim v. Roy
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v. Miller (1875)

Beitrag von Joachim v. Roy » 08.05.2010, 08:19

Nach Maßgabe des „Adelslexikons“, Bd. IX (= Genealogisches Handbuch des Adels, Bd. 116 der Gesamtreihe), Limburg a.d Lahn 1998, S. 71-72, stammt das Geschlecht MILLER aus Aichach in Oberbayern. - FERDINAND MILLER, * Fürstenfeldbruck 18.10.1813, + ... 11.2.1887, Herr auf Bayer- und Ribischhof am Tegernsee, Erzgießer und Besitzer der Königl. Erzgießerei in München, Ehrenmitglied der Königl. bayerischen Akademie für bildende Künste, erlangte am 1. 1. 1 8 5 1 den bayerischen persönlichen Ritterstand durch Verleihung des Verdienstordens der Bayerischen Krone und wurde d.d. München 12. 10. 1 8 7 5 in den bayerischen erblichen A d e l s s t a n d erhoben (immatrikuliert im Königreich Bayern bei der Adelsklasse am 30.12.1875). Zugleich wurde ihm (1875) das folgende Wappen verliehen:

„Geteilt, oben gespalten, rechts in Blau 3 (2, 1) silberne Schildchen, links in Schwarz ein rechtssehender antiker goldener Frauenkopf (Bavaria), unten in Rot ein 4speichiges goldenes Mühlrad; 2 Helme, auf dem rechten mit blau-silbernen Decken eine wachsende gekrönte Jungfrau in blauem Kleid mit den 3 silbernen Schildchen auf der Brust, die in der Rechten einen eisernen Gußlöffel, in der Linken eine eiserne Zange hält, auf dem linken Helm mit rot-goldenen Decken das Mühlrad zwischen geschlossenem, vorn mit den 3 Schildchen belegten blauen, hinten roten Fluge.“


Ausweislich des „Gothaischen Genealogischen Taschenbuchs der Briefadeligen Häuser“, Gotha 1911, S. 645 f., und des „Gothaischen Genealogischen Taschenbuchs der Adeligen Häuser“, Reihe B: Alter Adel und Briefadel, Gotha 1927, S. 622 f., waren von den 7 Söhnen des FERDINAND VON MILLER und seiner Ehefrau ANNA POESL

--- FRIEDRICH, * München 11.4.1840, Dr. h.c., Goldschmied, Königl. bayerischer Professor an der Kunstgewerbeschule in München
--- FERDINAND, * München 8.6.1842, Bildhauer und Erzgießer, Direktor der Königl. bayerischen Akademie der bildenden Künste, lebenslanger Reichsrat der Krone Bayern, Königl. bayerischer Rittmeister a.D. (er führte den Titel Exzellenz und wurde d.d. Berchtesgaden 22.6.1912 in den bayerischen Freiherrnstand erhoben)
--- ALFONS, * München 29.9.1847, Herr auf Alt-Meersburg am Bodensee
--- WILHELM, * München 9.12.1848, Dr. phil., Chemiker, Professor an der Technischen Hochschule in München,
a.o. Mitglied der bayerischen Akademie der Wissenschaften, o. Mitglied des Obersten Schulrats
--- LUDWIG, * ... 23.6.1850, Erzgießer
--- WINFRIED, * ... 7.4.1854 Kunstmaler, Königl. bayerischer Leutnant der Landwehr a.D.
--- OSKAR, * München 7.5.1855, Dr. ing. h.c., Ingenieur, Königl. bayerischer Geheimer Baurat, Vorstand des Deutschen Museums, Mitglied des Kuratoriums der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt in Berlin, Reichsrat der Krone Bayern
(er führte den Titel Exzellenz).


Freundliche Grüße vom Rhein

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Jochen
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Beitrag von Jochen » 08.05.2010, 08:39

Lieber Herr v.Roy,

ganz herzlichen Dank.
Alles Gute all jenen, die Gutes im Schilde führen !

jochen

Gast

Beitrag von Gast » 08.05.2010, 15:48

Oskar von Miller und seine Familie sind in Muenchen noch heute ein Begriff. Neben dem Verdienst um das Deutsche Museum war er ein Pionier der Elektrotechnik und fuehrte die Elektrizitaet in Bayern ein.
Die Erzgiesserei des Vaters, Ferdinand fuehrte den schwierigen Guss der "Bavaria" oberhalb der Theresienwiese ("Wiesn") in Muenchen durch.
Deshalb wird der Kopf der Bavaria wohl auch im Wappen vorkommen. Das waere eventuell beachtenswert bei einem Wappenaufriss.
http://de.wikipedia.org/w/index.php?tit ... 0502120521

Viele Gruesse
vW

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Beitrag von Jochen » 09.05.2010, 00:00

vWackerbarth hat geschrieben:Deshalb wird der Kopf der Bavaria wohl auch im Wappen vorkommen. Das waere eventuell beachtenswert bei einem Wappenaufriss.
Lieber Herr von Wackerbarth,

danke für den Hinweis.

Wie Sie natürlich völlig richtig bemerkt haben, geht es um genau dies, einen neuen Wappenaufriß.

Und je mehr Anhaltspunkte ich habe, dem Andenken Oskar von Millers gerecht zu werden, desto besser.

Allen noch ein schönes Wochenende.
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jochen

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Beitrag von Jochen » 11.05.2010, 17:59

Eigentlich präsentiere ich keine Zwischenergebnisse, und mit dem neuen Zeichenprogramm kann ich auch noch nicht gut um....

Aber ich wollte mal nach der geschätzten Kollegenmeinung zur Bavaria fragen.

Das wallende Haupthaar (Original vor der Ruhmeshalle : eher VoKuHiLa....) wurde achtern gestutzt, und ein paar kleinere Zugeständnisse an die heraldische Stilisierung wurden auch gemacht.

Der Blason des Schildes ist nicht gerade eine Offenbarung - ich freue mich aber schon aufs Oberwappen (was allerdings noch etwas Zeit in Anspruch nehmen könnte....)

Bild
Zuletzt geändert von Jochen am 18.05.2010, 22:23, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von Jochen » 18.05.2010, 20:56

Das Oberwappen macht Fortschritte.... aber jetzt hätte ich mal eine Frage an die Forumsteilnehmer - zur Diskussion (obwohl ich die überwiegende Antwort vermutlich schon kenne...):

Künstlerische Freiheit hin oder her - Man kann den Begriff "Schildchen" wahrscheinlich nicht als "Rautenschildchen" interpretieren, oder....?

Auf dem Gewand der Jungfrau wäre es immerhin vielleicht (ich betone: vielleicht) noch zulässig...

Es wäre ein so schöner Bezug zu Bayern...

Aber wie gesagt, die Arena ist offen zur Diskussion. Über Beiträge würde ich mich freuen.
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jochen

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Beitrag von derkleinefux » 18.05.2010, 22:45

Fänds "schön" - aber leider mA nicht statthaft für "Schildchen".
Aber die "Schildchen" müssten ja nicht ganz so rund und gleichmäßig sein, da gibt es schon eckigere Exemplare, die geschickt angeordnet und bei entsprechender Raumnutzung durchaus optisch an die bayr. Rauten erinnern könnten... ;-)
Beste Grüße,
Dietrich Kirschner

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Beitrag von münchnerherold » 18.05.2010, 23:07

Rautenschildchen ?
Es gibt wnderschöne Rautenschildchen. Der Bezug zu Bayern
würde das auf alle Fälle erlauben.
Ich sage ja nach der Beschreibung.
Schöne grüsse aus Bayern, Kurzmeier MH. :)
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Rider
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Beitrag von Rider » 19.05.2010, 06:19

"Rautenschilde" sind eine Erfindung der französischen Heraldik und finden eigentlich nur Verwendung bei "Frauenwappen".
Gruß vom Rider

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münchnerherold
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Beitrag von münchnerherold » 19.05.2010, 07:54

Hallo Rider,
wir Bayern sind mit Frankreich sehr königlich verbunden.
Schönen Gruss, AK. :lol:
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Beitrag von Rider » 19.05.2010, 09:20

wenn das so ist, dann steht den "Rautenschildchen" natürlich nichts mehr im Wege. :lol:
Gruß vom Rider

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Simplicius
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Beitrag von Simplicius » 19.05.2010, 14:30

Hallo Jochen, interessantes Thema! Der antike Frauenkopf wirkt sehr professionell!
Ich hätte einige Anmerkungen zu dem oben Gesagten zu machen, wenn man Wert darauf legen möchte ...

Zunächst zu den Schildchen. Ich würde sie um der Eindeutigkeit willen nicht verunklaren. Ich denke, es handelt sich um das so genannte "Künstlerwappen", somit ist die Figur auf dem Helm einfach als die personifizierte Kunst anzusehen, welche mit speziellen Werkzeugen noch "präzisiert" wurde, mit Hinblick auf die künstlerische Tätigkeit des ersten Wappenträgers.

(Hier möchte ich einmal nur am Rande auf die Diskussionen zu den "Berufstraditionswappen" hinweisen. Die Motivation des Schildbildes ist auch hier zunächst personenbezogen gewesen - Ferdinand von Miller Das heißt, eine "Tradition" die erst mit Ferdinand von Miller begann, bei der es nicht unbedingt abzusehen war, was seine Nachfahren machen würden, usw.

Mit anderen Worten, was auch seine Kinder und Kindeskinder ausübten, das Symbol war eben wie es war.
Man erkennt, "Wappentradition" entsteht erst jetzt, durch den Gebrauch.)

Das Künstlerwappen hat i.d.R. ein rotes Feld, wobei, laut Lexikon Heraldik (Oswald), auch die blaue Variante vorkommt. Die Verwendung ist wohl Regional bedingt. Im süddt. Raum dominiert Rot(?). (siehe Lexikon, vielleicht kann jemand zitieren)
Die Farbwahl hier spielt wohl auf Bayern an, was ich legitim finde, durch die Nähe zum Königshaus, und die "vaterländischen Dienste" - sie sind wohl somit nicht durch Wohnorte (eigener/der Vorfahren) inspiriert. (heutige Motivationen)

***
Angesprochen ist auch die reine Addition der Figuren. Der Gefahr, dass alles auch addiert wahrgenommen wird, könnte man begegnen, indem man gleichzeitig versucht die Elemente aufeinander zu beziehen, und unnötige "Richtungen" vermeidet.

Ich habe einmal versucht das zu skizzieren. Symmetrischer wirkt das ganze Arrangement meiner Meinung nach, wenn die Verteilung von den 3 Schildchen in etwa der des antiken Frauenkopfes entspricht. (optisch, nicht real) In beiden Fällen folgte dann für mich eine Flächenausnutzung, die etwa einem auf dem Kopf stehenden Dreieck entspricht. Oberkante der oberen Schildchen, und Haar und Kranz der Bavaria bilden dabei eine Linie.

Es gibt aber noch weitere Achsen. Ich denke die Skizze macht es deutlicher, als Erklärungsversuche ...

Bild

Ich finde es gerade richtig, wenn man über Ansätze spricht. Bin schon gespannt. :wink:

Viele Grüße

***
PS: Ich erkenne jetzt das Problem.
Im Oberwappen tauchen die Schildchen in beiden Helmzierden auf.

Letztendlich stellt sich die Frage, handelt es sich wirklich um die personifizierte Kunst,
also um eine Muse (Göttin), oder sollte die Bavaria gemeint sein?

Gußwerkzeuge + Schildchen wären für mich ein Indiz für eine Musendarstellung.

Sollte sich diese Helmzier aber auf das "Bavariafeld" beziehen, bzw. diese aufnehmen, müsste wohl hier wie da (k)eine Krone zu sehen sein. (?)

Eine Bavaria von der Seite ansichtskarten-center.de:
http://www.ansichtskarten-center.de/web ... 9_gr_1.jpg

Eine Bavaria mit Gußlöffel und Zange?

***
Noch einige Links:

Schon im Ingeram-Codex der ehemaligen Bibliothek Cotta (eingeklebt) M.15.Jh:
http://commons.wikimedia.org/wiki/File: ... ex_119.jpg

Künstlerwappen Meyers Großes Konversations-Lexikon:
http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/K%C3%BCnstlerwappen

Historisierte Herolddarstellung, mit Künstlerwappen auf dem Tappert,
Anspielung auf die Wappenkunst selbst: http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Doep ... h-1880.jpg

von Hugo Ströhl, E.19.Jh.: http://www.steffmann.de/wappen.htm

Gast

Beitrag von Gast » 20.05.2010, 09:05

Was sagt eigentlich die - noch sehr zahlreich blühende - Familie zu diesem Vorhaben?
(GenHdB d.i. Bayern immatr. Adels, XXVII, 2008, S.887-895)

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Jochen
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Beitrag von Jochen » 20.05.2010, 10:02

Nichts.

Warum auch (selbst wenn sie davon wüßte) ?

Es besteht Zitierfreiheit....
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jochen

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