Wappen zeichnen lassen...

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mATina
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mk

Beitrag von mATina » 20.02.2009, 08:57

Hallo :lol:
Zabawa (Zabava) heißt übrigens: Unterhaltung!!
Liebe Grüße aus Spannberg
mARTina
http://martina.hundeschweiger.at
Ich bin die Kraft, die alles schafft!

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von Spiczak - Brzezinski
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Beitrag von von Spiczak - Brzezinski » 20.02.2009, 17:53

finde es auch unterhaltsam... =)
Also die Suche nach einem Wappen, es finden und sich damit auseinanderzusetzen... =)

Sehr spannend, es eröffnen sich Welten, die man vorher nicht mal ansatzweise gekannt hat! =)

Hat denn nun jemand vll eine Ahnung wie ich an die Abbildung meines Familienwappens im Siebmachr rankomme?

MfG Chris

Joachim v. Roy
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Beitrag von Joachim v. Roy » 20.02.2009, 17:59

In dem Werk von G.A. v. Mülverstedt, DER ABGESTORBENE ADEL DER PROVINZ POMMERN (= Siebmacher Bd. VI, 9. Abt.), Nürnberg 1894, S. 93, Tafel 58, las ich heute (in der hiesigen Uni-Bibliothek):

„SPICZAK-BRZEZINSKI.

Ein westpreußisches und kassubisches Adelsgeschlecht, das seinen Beinamen von Briesen (Brzezno) in Westpreußen hat. Noch 1862 besaß Ferdinand v. Sp.-B. ein Antheilgut in Zemmen in Kassuben. Nach v. Ledebur II p. 462 führt die Familie das Wappen Zabawa.

Schild: Gespalten, vorn blau, hinten von Rot und Weiß geschacht.
Helm: 3 weiße Straußfedern.
Decken: blau weiß rot.“

Das nach der Beschreibung gezeichnete Wappen (hier handelt es sich um die Verwendung einer simplen Wappenschablone) weist ein – doch wohl willkürliches - Schach von 8 Reihen auf. Die Angabe „von Rot und Weiß geschacht“ müßte doch wohl „von Weiß und Rot geschacht“ lauten. - Fehlerhaft dürfte auch die hier angegebene Anzahl der Straußenfedern sein. - Im übrigen läßt sich der Schraffur der Wappenzeichnung entnehmen, daß die Helmdecken vorn rot-silbern und hinten blau-silbern sein sollen. Auch diese Angabe dürfte irrig sein.

MfG

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von Spiczak - Brzezinski
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Beitrag von von Spiczak - Brzezinski » 20.02.2009, 18:11

ich gehe davon aus, dass diese Ungenauigkeiten aus den Überlieferungen entstanden sind...

Hir ein Auszug aus Pragerts Buch, den ich von einem mir bekannten Genealogen bekommen haben:

http://www.bilder-hochladen.net/files/9spe-4-gif.html

dort wird von einem Unterschied des Spiczak - Brzezinski - Zabawa und dem Original ausgegangen, was ist davon zu halten?

Ich weiss, dass die Darstellung, vor allem der Helmzier (Halsbreite) heraldisch unkorrekt ist!
Ich habe mir die polnischen Texte daneben übersetzen lassen, die dargstellten Wappen entsprechen in der Farbgebung der Blasonierung daneben exakt!

MfG Chris

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von Spiczak - Brzezinski
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Beitrag von von Spiczak - Brzezinski » 20.02.2009, 18:17

achja, man achte hier einerseits auf die seitenverkehrte Darstellung des Feldes sowie andererseits die verschiedenen Färbungen der Schilddecken!

MfG Chris

Joachim v. Roy
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Beitrag von Joachim v. Roy » 21.02.2009, 10:43

Die Abbildungen in Przemysław Pragert's „Herbarz Szlachty Kaszubskiej“ sind ja recht farbenfroh. Wenn man jedoch im Hinblick auf Ihre eigene Familie feststellen muß, daß der Autor lediglich aus dem heute größtenteils überholten Adelslexikon des Freiherrn v. Ledebur (1855) abgeschrieben hat und daß er daneben auf Emilian v. Żernicki-Szeliga's Werke (um 1900) und auf den Neuen Siebmacher (um 1900) verweist, die selbst bei Ledebur abgeschrieben haben, dann ist es nicht der Mühe wert, sich mit Pragert's „Bilderbuch“ auseinanderzusetzen.

MfG

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von Spiczak - Brzezinski
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Beitrag von von Spiczak - Brzezinski » 21.02.2009, 18:30

heisst es, dass es zu fehlerhaft ist?

Oder wie ist das gemeint?

Wolfgang Esiep
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Beitrag von Wolfgang Esiep » 24.03.2009, 16:45

So eine Art Leitfaden, nach dem man sich bei der Zeichnung eines Wappens richtet...??
So ein Tutorial würde verheerend wirken: Um die Heraldik zu verstehen, gilt es nicht, einige Grundregeln zu akzeptieren, die sich leicht auf einer DinA4-Seite zusammenfassen lassen. Vielmehr ist es eine Frage des heraldischen Stilgefühls, welches hier und da selbst die krassesten Ausnahmen (begründet) zulassen darf, über die Wahl der Figuren ein Urteil erlaubt, oder sogar kleinste stilistische Unstimmigkeiten aufspüren kann- die für sich genommen zwar keiner Wappenrolle auffallen würden, aber letztendlich die Qualität eines Entwurfes bestimmen.
Dazu bedarf es nicht weniger, als einer totalen Hingabe in das Thema Heraldik.

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Jochen
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Beitrag von Jochen » 24.03.2009, 16:55

Wolfgang Esiep hat geschrieben:So ein Tutorial würde verheerend wirken: Um die Heraldik zu verstehen, gilt es nicht, einige Grundregeln zu akzeptieren, die sich leicht auf einer DinA4-Seite zusammenfassen lassen. Vielmehr ist es eine Frage des heraldischen Stilgefühls, welches hier und da selbst die krassesten Ausnahmen (begründet) zulassen darf, über die Wahl der Figuren ein Urteil erlaubt, oder sogar kleinste stilistische Unstimmigkeiten aufspüren kann- die für sich genommen zwar keiner Wappenrolle auffallen würden, aber letztendlich die Qualität eines Entwurfes bestimmen.
Dazu bedarf es nicht weniger, als einer totalen Hingabe in das Thema Heraldik.
Danke, daß es endlich mal einer geradeheraus ausspricht. Eigentlich kann ich bereits Ihrem ersten Satz nichts Intelligentes mehr hinzufügen.
Alles Gute all jenen, die Gutes im Schilde führen !

jochen

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Markus
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Beitrag von Markus » 24.03.2009, 18:28

Volle Zustimmung!

Ich sehe schon in 100 Jahren im Prüfungsbogen für angehende Heraldiker die Aufgabe:

Nennen Sie den Esiep´schen Lehrsatz und begründen Sie ihn anhand ausgewählter Beispiele der Wappenrollen X und Y unter besonderer Berücksichtigung heraldisch vertretbarer Verstöße gegen die Farb- und Proportionsregeln.[/b]
Heraldische Grüße
Markus

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