Hoefer Wappen

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Achilles
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Hoefer Wappen

Beitrag von Achilles » 29.09.2008, 12:53

Hallo,

Schon vor 3 Jahren erkundigte sich mein Cousin in diesem Forum nach dem Familienwappen unseres Urgroßvaters. Leider ließen sich damals keine Informationen dazu finden. Vielleicht kann dieses Foto jetzt weiter helfen: http://www.bilder-hochladen.net/files/8a52-1-jpg.html

Ich fasse gerne noch einmal alle Informationen zusammen:
- letzter bekannter Vorfahre war Prof. Dr. phil. Johannes Viktor Albert Hoefer (geb. 09.09.1864; ges. 06.12.1912)
- Wappenbrief ist leider verschollen
- die Familie Hoefer stammt aus Schlesien und besaß dort ein Rittergut

Mich würde vor allem interessieren wie alt dieses Wappen ist und ob noch irgendwas über die Geschichte der Familie bekannt ist.

mfg Achilles

Achilles
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Beitrag von Achilles » 29.09.2008, 14:31

Mir fiel gerade die Ähnlichkeit zu diesem Höfer Wappen auf: http://www.heraldik-wappen.de/viewtopic ... ght=hoefer

Besteht vielleicht ein Zusammenhang zwischen unseren beiden Familien?

Joachim v. Roy
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Wappen der Familien Hoefer bzw. Höfer

Beitrag von Joachim v. Roy » 29.09.2008, 17:56

Die „Stifter“ dieser beiden Wappen

- http://www.bilder-hochladen.net/files/8a52-1-jpg.html
- http://img374.imageshack.us/my.php?imag ... penne4.jpg

haben wohl – unabhängig voneinander - eine „Anleihe“ beim Familienwappen der bayerischen Uradelsfamilie
HOFER v. LOBENSTEIN (um 1150: VON DEM HOVE) vorgenommen, worauf bereits Herr Dr. Bernhard Peter aufmerksam gemacht hat. Einen genealogischen Zusammenhang zwischen den Familien HOEFER bzw. HÖFER und den Freiherren HOFER v. LOBENSTEIN vermag ich nicht zu erkennen.

Das Stammwappen der HOFER v. LOBENSTEIN, Erbmarschälle des Bistums Regensburg, zeigt - seit alters her -
in Silber 3 d r e i z i n n i g e rote Sparren, vgl. http://www.wappenbuch.de/pages/wappen_78_Siebmacher.htm


Freundliche Grüße vom Rhein

P.S. Im „Schlesischen Güter-Adreßbuch – Verzeichnis sämtlicher Rittergüter sowie der größeren Landgüter der Provinzen Nieder- und Oberschlesien“, 15. Aufl., Breslau 1937, wird der Name HOEFER bzw. HÖFER n i c h t genannt.

Achilles
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Re: Wappen der Familien Hoefer bzw. Höfer

Beitrag von Achilles » 29.09.2008, 19:12

Joachim v. Roy hat geschrieben:Im „Schlesischen Güter-Adreßbuch – Verzeichnis sämtlicher Rittergüter sowie der größeren Landgüter der Provinzen Nieder- und Oberschlesien“, 15. Aufl., Breslau 1937, wird der Name HOEFER bzw. HÖFER n i c h t genannt.
Das kann gut möglich sein. 1937 waren die Hoefers definitiv keine Rittergutsbesitzer mehr. Leider kann ich meinen verstorbenen Urgroßvater nicht mehr befragen, aber angebliche hatte ein Vorfahre dieses Rittergut verprasst. Vielleicht lässt sich in früheren Adressbüchern ein Hinweis finden. (zu Westpreußen besteht neben Schlesien möglicherweise auch eine Verbindung)

Lässt sich aber mithilfe des Fotos und dem Familiennamen nichts über das Wappen finden? Ich besitze leider nur diesen farblosen Abdruck. Sonst ist mein Wissen über die Familie Hoefer auch ser gering, viele Unterlagen z.B. auch der Wappenbrief befinden sich nicht in meinem Besitz. Wenn ich den Namen des Stifters erfahren würde, hätte ich wenigstens einen Anhaltspunkt für die Ahnenforschung.

Außerdem würde ich gerne wissen ob sich Familien oft "Anleihen" für ihre Wappen bei Adelsfamilien geholt haben. Für mich hört sich das eher nach Betrug an, was meinen sie?

mfg Achilles

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M. Waas
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Beitrag von M. Waas » 30.09.2008, 05:50

Es ist sehr unwahrscheinlich, dass es überhaupt einen Wappenbrief gibt. Wenn es sich wirklich um ein Rittergut gehandelt hat, dann sollten eigentlich darüber bzw. über den Eigentümerwechsel noch Unterlagen vorhanden sein. Im preussischen Staatsarchiv?
Wenn Rittergüter von "Bürgerlichen" übernommen wurden, brauchte es einen Dispenz des preussischen Königs. Es mußten bestimmte Voraussetzungen für den Erwerb vorliegen, militärischer Rang mindestens Major, bürgerlicher Rang mindestens irgend ein XXX-Rat.
Es kam oft vor, dass beabsichtigt oder unbeabsichtigt Anleihen bei namensgleichen Wappen gemacht wurden. Im 19. Jahrhundert war die Informationslage noch sehr schlecht. Genealogien wurden oft geschönt, weil man es nicht besser wusste.
Die Hohenzollern haben z.B. ihren Stammvater in irgendeinem römischen Senatorengeschlecht gesehen.
Die Welfen sahen ihrem Stammvater in einem trojanischen Heros, der bei der angeblichen Gründung von Xanten (Troia Francorum) durch die Trojaner dabei war. :wink:
Noch im 16. Jahrhundert führten die Herzöge von Kleve auch den Titel König von Troja.

Barolo1644
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Beitrag von Barolo1644 » 30.09.2008, 07:40

@Achilles

Zitat:
Außerdem würde ich gerne wissen ob sich Familien oft "Anleihen" für ihre Wappen bei Adelsfamilien geholt haben. Für mich hört sich das eher nach Betrug an, was meinen sie?

Anleihen ist eine sehr nette Ausdrucksweise und JA das ist Betrug, oder wie immer man das bezeichnen mag

Und die Gerüchte über irgendwelche Rittergüter oder adeligen Abstammungen gibt es wohl in jeder Familie, nur ist in den meisten Fällen absolut nichts dran

Achilles
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Beitrag von Achilles » 30.09.2008, 11:58

Danke für die Antworten.
M. Waas hat geschrieben:Es ist sehr unwahrscheinlich, dass es überhaupt einen Wappenbrief gibt.
Der Wappenbrief existierte 100%. Das haben mir mehere Verwandte bestätigt. Ich habe jetzt nur den Verdacht wie von Barolo1644 erwähnt, dass die ganze Wappenstiftung eine Fälschung war. Gibt es den in keinem Wappenbuch Hinweise auf unser Hoefer Wappen? Durch die meiner Meinung nach sehr speziellen Merkmale z.B. der von einer Frau getragene Stern, müsste das Wappen doch sehr leicht zu finden sein, wenn es echt ist oder nicht? (ich bin aber natürlich kein Experte auf dem Gebiet und lass mich gerne belehren)
M. Waas hat geschrieben: Wenn es sich wirklich um ein Rittergut gehandelt hat, dann sollten eigentlich darüber bzw. über den Eigentümerwechsel noch Unterlagen vorhanden sein. Im preussischen Staatsarchiv?
Wenn Rittergüter von "Bürgerlichen" übernommen wurden, brauchte es einen Dispenz des preussischen Königs. Es mußten bestimmte Voraussetzungen für den Erwerb vorliegen, militärischer Rang mindestens Major, bürgerlicher Rang mindestens irgend ein XXX-Rat.
Die militärischen und bürgerlichen Ränge waren da. Johannes Hoefer war Professor in Jauer und meine Oma erwähnte auch einmal einen entfernt verwandten General namens Hoefer aus Oberschlesien. Über frühere Verwandte ist mir wie gesagt leider nicht viel bekannt. Mich wundert ehrlich gesagt, dass sich über das besagte Rittergut nichts finden lässt. Ich weiß nur das es spätestens im 19.Jhd. verprasst wurde (meine Oma sprach immer von Weibern und Suff :roll:).

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M. Waas
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Beitrag von M. Waas » 30.09.2008, 14:40

An eine (Ver)fälschung mag ich nicht glauben. Die bekannten Fälscher aus der Zeit haben sich selten die Mühe gemacht, die aus dem Siebmacher abgezeichneten Wappen auch noch durch eine Änderung zu personalisieren.
In diesem Fall ist die geänderte Helmzier eine Personalisierung. Rein rechtlich ist es damit ein eigenständiges Wappen, zumal man ja nicht weiss ob auch noch die Tinkturen geändert wurden. Ob die Differenzierung auf Veranlassung Ihres Ahnen gemacht wurde, das weiß man ja nicht mehr; und selbst dann wäre es kein Betrug, sondern allenfalls eine Anmaßung.

Einen Wappenbrief kann es kaum geben, weil es vom Ende des alten Reichs bis 1918 keine Wappenverleihungen für Bürgerliche mehr geegeben hat. Ausnahme ist das Kgr. Sachsen.
In Preussen und anderen Staaten war auch eine Wappenverleihung oder Nobilitierung durch den Kaiser seit dem 7-Jährigen Krieg untersagt.

Barolo1644
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Beitrag von Barolo1644 » 30.09.2008, 14:56

das abgebildete Wappen beansprucht (wegen der Helmkrone) ein Adelswappen zu sein, was in diesem Fall offensichtlich nicht zutrifft.

Damit ist es offensichtlich eine Anmaßung, von wem auch immer ...

Andy Höfer
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Hoefer Wappen

Beitrag von Andy Höfer » 30.09.2008, 17:34

Jetzt muß ich mich doch auch einmal zu Wort melden. Wer sagt denn, dass jedes Wappen, welches mit einem anderen ähnlich ist, gleich eine Fälschung sein muß. Es ist auch gut möglich, dass es eine verwandschaftliche Verbindung gibt. Mann kann darüber nur eine Aussage treffen, wenn sich über die Ahnenforschung eine Verbindung ergibt. So lange sollte man sich mit so einer Meinung zurückhalten.
Allein über die Hofer von Lobenstein kenne ich 4 verschiedene Varianten, wobei keine davon eine Fälschung ist.
Zuletzt geändert von Andy Höfer am 06.02.2010, 20:31, insgesamt 1-mal geändert.

Joachim v. Roy
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Beitrag von Joachim v. Roy » 30.09.2008, 19:43

Hallo Herr Höfer,

bei dem von Ihnen vorgestellten, heraldisch korrekten Wappen http://img374.imageshack.us/my.php?imag ... penne4.jpg handelt es sich ohne Zweifel um ein eigenständiges Wappen, so daß von einer „Fälschung“ keine Rede sein kann. Leider geben Sie nicht an, von welcher Vorlage das Wappen abgemalt wurde.

In dem mir vorliegenden „Gothaischen Genealogischen Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser“, 52. Jahrgang, Gotha/Thüringen 1902, wird die Genealogie der Freiherren HOFER v. LOBENSTEIN ab ca. 1800 ausgewiesen. Hier ist kein Zusammenhang mit irgendwelchen HÖFER-Familien zu erkennen. - Was die Zeit vor 1800 anlangt, so darf auf das „Genealogische Taschenbuch der freiherrlichen Häuser“, Gotha 1856, bzw. auf das „Genealogische Handbuch des Adels“, Band 30 der Gesamtreihe, Limburg a.d. Lahn 1963, verwiesen werden (einzusehen in allen Universitäts- und Landesbibliotheken).

Freundliche Grüße vom Rhein

P.S. Daß der Helm des von Ihnen vorgestellten Wappens mit einer Laubkrone bedeckt ist, macht das Wappen
nicht zu einem „Adelswappen“.

Barolo1644
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Beitrag von Barolo1644 » 01.10.2008, 12:20

Nachtrag zum Thema Helmkrone:


Die Helmkrone, auch Blatt- oder Blätterkrone, Laub- oder Blütenkrone genannt, dient als Krönung der Wappenhelme seit dem 13. Jahrhundert als Kennzeichen des Adelsstands.


Das Wappen von Spankeren mit der HelmkroneDie Helmkrone ist eine auf den Wappenhelmen befindliche Krone, die der Verbindung von Helm und Helmkleinod dient. Sie stand ursprünglich nur den Adelswappen zu und musste speziell verliehen werden. Sie besteht aus fünf sichtbaren Zacken, deren mittlere und die beiden äußeren blattartig gebildet sind. Die beiden anderen Zacken tragen oftmals je eine Perle. Die Helmkrone darf nicht mit der Rangkrone verwechselt werden, denn im Gegensatz zu dieser kann die Helmkrone nicht allein mit dem Wappenschild stehen.


Muster einer HelmkroneUrsprünglich war sie eine Königs- und Prinzenkrone, die dann der Adel für sich beanspruchte. Im 14./15 Jahrhundert tauchte die Helmkrone allerdings auch bei diversen Patrizierfamilien auf und wurde von diesen unangefochten geführt. Obwohl sie eigentlich ein Merkmal des Adels war, ist die strenge Gleichsetzung Helmkrone = Adel deshalb nicht in dieser Ausschließlichkeit korrekt. Spätestens seit dem Ende des 16. Jahrhunderts wurden von einigen Hofpfalzgrafen alle Wappenbriefe für Bürgerliche mit diesem Adelsattribut ausgestellt.

Tatsächlich bezog sich die Verwendung dieses so genannten „Adelsattributs“ also nicht allein auf den Adel, sondern eigentlich auf die Turnierfähigkeit, der Briefadel sollte von der Führung sogar ausgeschlossen sein. Turnierfähig, also das Recht, Waffen zu tragen und ein Turnier zu bestreiten, waren nur Ritter, die aber nicht alle adliger Herkunft sein mussten.

Gast

Beitrag von Gast » 01.10.2008, 16:34

Zur Eingangs-Fragestellung von "Achilles":

Auch mir scheint das Wappen des Abdrucks (der sehr wahrscheinlich von einem Siegelring stammt) keine Fälschung. Bürgerliche Wappen gerade des 19. Jh. sind aber, wie schon oben erwähnt, oft schwer/kaum zu finden. Wenn sie das betreffende Gut fänden, könnten sie vielleicht und mit viel Glück vor Ort auf das Wappen oder weitere Informationen stoßen.
Zu dem Güterbesitz in Schlesien.
Der müßte in den Güter-Adressbüchern eingetragen sein.
Sehen sie einmal bei fogendem Link, dort unter "Schlesien":
http://www.unsere-ahnen.de/digi_buecher ... uecher.htm
und weiter:
http://wiki-de.genealogy.net/Güteradres ... esien_1873
Weitere Güter-Adressbücher liegen in Bibliotheken.
In folgendem Link erfährt man zumindest, wo:
http://wiki-de.genealogy.net/Kategorie: ... _Schlesien

Eine andere Möglichkeit zumindest für die 1. Hälfte des 19. Jh. bieten die “Schlesischen- Provinzialblätter”,
http://de.wikipedia.org/wiki/Schlesisch ... %C3%A4tter
in denen die Besitzwechsel sowie Familiennachrichten angezeigt wurden. Einen gewissen Schlüssel findet man bei:
Uwe Kambach, Die Eheschließungen in den Schlesischen- Provinzialblättern, ein Register f.d.J. 1785-1849, Neustadt 1994

Viel Erfolg und beste Grüße

Achilles
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Beitrag von Achilles » 24.09.2009, 20:57

Guten Abend,
Ich melde mich nach langer Zeit zurück. Wie letztes Jahr fand wieder ein kleines Familientreffen statt und es wurde erneut u.a. über das Wappen und besagte Rittergut gesprochen. Ich konnte wieder ein paar neue Informationen ergattern und hoffe diesmal kommt ein bisschen Licht ins Dunkel:
Prof. Dr. phil. Johannes Hoefer ist nicht in Schlesien, sondern in Pollnitz/Westpreußen geboren. Er heiratete aber am 16.04.1900 in Pleß/Oberschlesien. Es ist also gutmöglich, dass das Rittergut auch in Westpreußen gelegen haben könnte. Finden sich dort vielleicht weitere Spuren der Hoefers?
Kurios ist auch, dass sich bei meiner Urgroßmutter (Ehefrau des letzten Hoefers) kurz nach der Wende ein heraldischer Verein gemeldet haben soll um den Wappenbestand zu aktualisieren. Scheinbar ist das Hoefer-Wappen also doch irgendwo eingetragen. Wer oder Was könnte sich da bei meiner Urgroßmutter erkundigt haben? Klingt für mich aber auch alles ziemlich unglaubwürdig, wie sollte es möglich sein bei einem so alten Wappen die gegenwärtige Adresse des Trägers zu ermitteln?? Leider kann ich meiner Urgroßmutter über Einzelheiten nicht mehr befragen, weil sie vor ein paar Jahren gestorben ist.

M. Waas hat geschrieben: Wenn Rittergüter von "Bürgerlichen" übernommen wurden, brauchte es einen Dispenz des preussischen Königs. Es mußten bestimmte Voraussetzungen für den Erwerb vorliegen, militärischer Rang mindestens Major, bürgerlicher Rang mindestens irgend ein XXX-Rat.
Interessant ist dazu folgender Punkt: Meine Großmutter erwähnte mal einen General in der Familie und im Internet bin ich dazu auf Karl Hoefer gestoßen. Er ist zwei Jahre älter als Johannes Hoefer und ebenfalls in Pleß geboren. Es könnte sich also um einen Bruder oder Cousin handeln. Hier der Link: http://www.personenlexikon.net/d/karl-h ... hoefer.htm

Stammt die Familie also doch aus Schlesien? Lassen sich evtl. Informationen über die Rittergutsbesitzer in Pleß finden?

Ich bin für jede Hilfe dankbar.

Mfg Achilles

Gast

Beitrag von Gast » 28.09.2009, 11:11

Die ursprüngliche Frage war: gibt es ähnliche Wappen ... und außerdem würde ich gerne wissen ob sich Familien oft "Anleihen" für ihre Wappen bei Adelsfamilien geholt haben. Für mich hört sich das eher nach Betrug an, was meinen sie?

Die Hofer von/zum Lobenstein (bei Regensburg), Erbmarschälle des Hochstifts Regensburg, waren in Bayern und später auch wegen Wildenstein, in der RRrsch Schwaben, Kanton Kocher angesessen.

Das Wappen (In S. drei dreizinnige r. Sparren; auf dem H. mit r.-s. Decken eine gekr., mit 3 nat. Pfauenfedern best. offene g. Fischreuse) ist seit der 1. Ausgabe des "Alten" Sibmacher, Teil 1, Tafel 78, also seit 1605 "auf dem Markt".
Allerdings war es (wohl unzugänglich) als Wappen (ohne Helmzier) dieser Familie bereits seit 1405 im Wappenbuch des Herold Beyeren enthalten (ÖNB Wien codex 3297, f° 23,3)
Auch weil diese Familie heute noch zu Wildenstein und anderwärts kräftig blüht halte ich Korrektheit für besonders wichtig.

Der (oben)(schräg)gezinnte Sparren (crénelé à plomb, embattled, per bend raguly) ist (unter 320.000 DS) ein sehr seltenes Wappen im deutschsprachigen Raum:
1 Sparren: 6 Familien,
2 Sparren: 2 Familien,
3 Sparren führen nur 3 Familien:
Hofer v. Lobenstein(Hof/Regen, 1150 sowie Lobenstein/Walderbach/Regensburg) Rot in Silber
Arthofer(Scheibenhof/Krems, 1554) Rot in Gold
Kadolsdorf(Neunburg, 1323) Farben unbekannt

(Der unten gezinnte Sparren (bastillé, embattled in base) findet sich überhaupt nicht, wohl aber 6 Gegenzinnensparren im westeuropäischen Bereich.)

Bei der fast-Alleinstellung des Hofer-Lauenstein-Wappens kommt eigentlich nur eine Vorlage in Betracht.

Wer sich nach 1605 ein Wappen zulegen wollte, der war durchaus in der Lage den "Alten" Sibmacher mit einem ähnlichen Familiennamen zu benutzen, und das ist nicht nur häufig geschehen, sondern tritt auch heute noch zahlreich auf.
Das "New Wapenbuch" hatte 1605 extra Seiten für die Farben, ab der 2. Ausgabe von 1612 wurden diese durch nachgestochene Farbbuchstaben ersetzt. Bis 1679 gab es 5 Ausgaben, die in größeren Auflagen gedruckt und vielerorts verfügbar waren.

Da das Wappen des Daniel Höfer, Erbrichter, Schöppe, Spitzenhändler und Erbauer der Kirche in Bernsbach(1679-81), geboren am 10.05.1642, durch 3 Sterne bereichert und die Helmzier geändert ist, kann diese Abbildung - ohne Krone auf dem Helm - als fast legal gelten.
Auch das kürzlich eingegebene Siegelwappen hat eine andere Helmzier, die Wappenfarben kann ich nicht erkennen.
Mit der Krone auf dem Helm würde ich beide aber nicht wirklich als korrekt bezeichnen.

Wie sieht denn das Original in der Kirche von Bernbach aus ?

PS Der url läßt sich nicht laden (http://img374.imageshack.us/my.php?imag ... penne4.jpg, 504 Gateway Time-out) es empfiehlt sich ein anderer upload-Dienst (z.B. sehr gut: http://www.file-upload.net/)

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