Was kann man aus einen Wappen alles lesen?

Ihre Fragen zur Heraldik sind hier willkommen
Your questions concerning heraldry are welcome here

Moderatoren: Markus, Christian Ader

Benutzeravatar
khaelss
Mitglied
Beiträge: 88
Registriert: 28.10.2007, 12:17
Wohnort: Altaussee
Kontaktdaten:

Beitrag von khaelss » 30.10.2007, 12:01

Die Ahnenreihe zum Wappenträger ist anscheinend geben.
Anscheinend hat es laut einen Verwanden einen Stammbaum mal irgendwo geben wo mein Großvater noch eingetragen ist.
Bin gerade dabei durchzufragen und forschen wer
den besitzt. Leider sind meine Großeltern gestorben wo ich noch 6 Jahre alt war.
Tekker hat geschrieben:
Padberg Evenboer hat geschrieben:Deutlich ist es das Wappen zwischen 1600 und 1900 mal sehr 'unheraldisch' aussehen. Auch das hier abgebildete Wappen ist ein typisches Produkt dieser Zeit.
Man kann das nicht immer messen mit der heraldischen Regeln von heute.
Recht hast du! Heraldischer Verfall und Fake sehen sich in der Darstellung doch manchmal ähnlich, was mich zu obiger Vermutung "Wappenschwindel" brachte. Ich bitte meinen Schnellschuß zu entschuldigen. :oops:

Interessant wäre nun zu erfahren @khaelss, ob du eine lückenlose Ahnenreihe zu o.g. Wappenträgern hast. Das ging aus deinen Postings für mich noch nicht klar hervor.
Was die Entzifferung der Abschrift betrifft, kann dir evtl. hier geholfen werden. :D

Padberg Evenboer
Mitglied
Beiträge: 825
Registriert: 25.03.2005, 17:11

Beitrag von Padberg Evenboer » 30.10.2007, 14:58

Tekker hat geschrieben: Recht hast du! Heraldischer Verfall und Fake sehen sich in der Darstellung doch manchmal ähnlich, was mich zu obiger Vermutung "Wappenschwindel" brachte. Ich bitte meinen Schnellschuß zu entschuldigen. :oops:
Die 'Wappenschwindler' haben sich öfter die Wappen dieser Verfallzeit angeeignet.
Wir schreiben mal etwas zu schnell hin. So vergeht es mir auch. Es muß auch ein spontanes Geschehen bleiben hier im Forum, nicht?
khaelss hat geschrieben:Die Ahnenreihe zum Wappenträger ist anscheinend geben.
Anscheinend hat es laut einen Verwanden einen Stammbaum mal irgendwo geben wo mein Großvater noch eingetragen ist.
Bin gerade dabei durchzufragen und forschen wer
den besitzt. Leider sind meine Großeltern gestorben wo ich noch 6 Jahre alt war.
Es bleibt nur ein Ding: Schnell das Archiv hinein.

Benutzeravatar
khaelss
Mitglied
Beiträge: 88
Registriert: 28.10.2007, 12:17
Wohnort: Altaussee
Kontaktdaten:

Beitrag von khaelss » 30.10.2007, 15:33

Ahnenreihe bis zu einen geadelten Wappenträger gibt es.

Tekker hat geschrieben:
Padberg Evenboer hat geschrieben:Deutlich ist es das Wappen zwischen 1600 und 1900 mal sehr 'unheraldisch' aussehen. Auch das hier abgebildete Wappen ist ein typisches Produkt dieser Zeit.
Man kann das nicht immer messen mit der heraldischen Regeln von heute.
Recht hast du! Heraldischer Verfall und Fake sehen sich in der Darstellung doch manchmal ähnlich, was mich zu obiger Vermutung "Wappenschwindel" brachte. Ich bitte meinen Schnellschuß zu entschuldigen. :oops:

Interessant wäre nun zu erfahren @khaelss, ob du eine lückenlose Ahnenreihe zu o.g. Wappenträgern hast. Das ging aus deinen Postings für mich noch nicht klar hervor.
Was die Entzifferung der Abschrift betrifft, kann dir evtl. hier geholfen werden. :D

Padberg Evenboer
Mitglied
Beiträge: 825
Registriert: 25.03.2005, 17:11

Beitrag von Padberg Evenboer » 30.10.2007, 16:08

khaelss hat geschrieben:Ahnenreihe bis zu einen geadelten Wappenträger gibt es.
Alles klar!

Joachim v. Roy
Mitglied
Beiträge: 4625
Registriert: 09.08.2005, 13:20

Die Familien Khälß / Khäls / Kälß u.ä.

Beitrag von Joachim v. Roy » 30.10.2007, 18:20

Hallo Herr Khaelss,

auf dem Diplom vom 6. Juli 1 6 1 6 befindet sich am linken Rand neben dem Wappen, das in Schwarz „ain Pagkeisen seiner natürlichen Farb“ zeigt (= ein „Packeisen“, wie es vornehmlich im Bergbau Verwendung fand), der moderne handschriftliche Zusatz „Wappen der Kälhs'schen vom Kaiser Friedrich dem III., geb. 1286, gest. 1330, seit 1314 Kaiser“. Dieser Zusatz ist falsch.

Abgesehen davon, daß Kaiser (seit 1452) Friedrich III. erst von 1440 bis 1493 regierte und daß sich die fraglichen Daten auf den König (seit 1314) Friedrich „den Schönen“ von Österreich beziehen, so steht – nach meinen heutigen Recherchen - fest, daß weder König Friedrich „der Schöne“ noch Kaiser Friedrich III. je einem Träger des Namens K(h)älß ein Wappen verlieh.

Interessant ist jedoch, daß zu Wien am 17. Januar 1 5 5 4 ein gewisser Christoph K h ä l s vom Kaiser Karl V. (oder von dessen Bevollmächtigtem) einen W a p p e n b r i e f - mit Lehenartikel *) - erhielt. Wie sich dieses Wappen darstellt, entzieht sich meiner Kenntnis.

Das Konzept zu dem Wappenbrief von 1554 hat sich jedoch erhalten. Sie könnten eine Kopie dieses Entwurfs erbitten beim Österreichischen Staatsarchiv, Abt. Allgemeines Verwaltungsarchiv (Bereich: „Saalbücher“ IV, 2), Nottendorfer
Gasse 2, A-1030 WIEN.

Freundliche Grüße vom Rhein

*) Der im Wappenbrief enthaltene „Lehenartikel“ versetzte Christoph Khäls in die Lage, adelige Rittergüter zu erwerben.

Padberg Evenboer
Mitglied
Beiträge: 825
Registriert: 25.03.2005, 17:11

Beitrag von Padberg Evenboer » 30.10.2007, 21:56

Im Steirischer Wappenschlüssel von Joseph Kraßler, gibt es die folgende Eintragungen:
Kals - Adler, Rot-Silber (1616). S. 132.
Kals - Schingerät mit Pfeil im oberen Kreuzungswinkel (1592). Bergschiner! S. 154.
Kals - Hammer (1594, 1602). 1616 Adler. S. 142.
Kals - Pfeil, der auf zwei schräggekreutzten Werkzeugen ruht (1592). S. 132.

Benutzeravatar
khaelss
Mitglied
Beiträge: 88
Registriert: 28.10.2007, 12:17
Wohnort: Altaussee
Kontaktdaten:

Re: Die Familien Khälß / Khäls / Kälß u.ä.

Beitrag von khaelss » 11.11.2007, 01:20

Ganz herzlichen Dank für Eure hilfe. Das hilft mir weiter ;-).

Das hab ich jetzt noch zugesand bekommen.
gefunden im Jahrbuch der Kais. Kön. Heraldischen Geselschaft Adler
Neue Folge XXVII und XXVIII. Band
Wien 1917/18

Schon am 10. Mai 1595 hatte die Brüder Käls laut des vom steirischen Gubernium verfaßten Siegelbuches eine Wappen mit gekröntem Helme und die Lehenfähigkeit erlangt. Zu diesen nicht näher benannten Brüdern gehören zweifellos obiger Gilig und Wolf. Am 6. juli 1616 wurde nun der 1612 ddo. Prag 17. September dem Mathias Käls, Kämmerer des Bischof von Wien, verliehene Adel auf seinen Vetter Georg ausgedehnt, nebst Wappenbesserung, Verleihung der Rot Wachsfreiheit, der Befreiung von Ämtern und dem Prädikat v. Khälßberg. Georg Käls war Bergrichter zu Eisenerz In ihm , der 1619 verstarb müssen wir den Stammvater der heute noch im Salzkammergut so zu Mitterndorf am Posthof lebenden Käls von Kälsberg erblicken

Joachim v. Roy hat geschrieben:Hallo Herr Khaelss,

auf dem Diplom vom 6. Juli 1 6 1 6 befindet sich am linken Rand neben dem Wappen, das in Schwarz „ain Pagkeisen seiner natürlichen Farb“ zeigt (= ein „Packeisen“, wie es vornehmlich im Bergbau Verwendung fand), der moderne handschriftliche Zusatz „Wappen der Kälhs'schen vom Kaiser Friedrich dem III., geb. 1286, gest. 1330, seit 1314 Kaiser“. Dieser Zusatz ist falsch.

Abgesehen davon, daß Kaiser (seit 1452) Friedrich III. erst von 1440 bis 1493 regierte und daß sich die fraglichen Daten auf den König (seit 1314) Friedrich „den Schönen“ von Österreich beziehen, so steht – nach meinen heutigen Recherchen - fest, daß weder König Friedrich „der Schöne“ noch Kaiser Friedrich III. je einem Träger des Namens K(h)älß ein Wappen verlieh.

Interessant ist jedoch, daß zu Wien am 17. Januar 1 5 5 4 ein gewisser Christoph K h ä l s vom Kaiser Karl V. (oder von dessen Bevollmächtigtem) einen W a p p e n b r i e f - mit Lehenartikel *) - erhielt. Wie sich dieses Wappen darstellt, entzieht sich meiner Kenntnis.

Das Konzept zu dem Wappenbrief von 1554 hat sich jedoch erhalten. Sie könnten eine Kopie dieses Entwurfs erbitten beim Österreichischen Staatsarchiv, Abt. Allgemeines Verwaltungsarchiv (Bereich: „Saalbücher“ IV, 2), Nottendorfer
Gasse 2, A-1030 WIEN.

Freundliche Grüße vom Rhein

*) Der im Wappenbrief enthaltene „Lehenartikel“ versetzte Christoph Khäls in die Lage, adelige Rittergüter zu erwerben.
Zuletzt geändert von khaelss am 11.11.2007, 01:55, insgesamt 1-mal geändert.

Barolo1644
Mitglied
Beiträge: 483
Registriert: 07.10.2007, 22:34
Wohnort: Wien

...

Beitrag von Barolo1644 » 11.11.2007, 01:23

dazu eine Frage:

Warum sollte das österreichische Staatsarchiv einen Entwurf des Wappenbriefes haben?

würde mich sehr interessieren, ob da alle Wappenbriefe lagern???

Beste Grüsse

MHentrich
Mitglied
Beiträge: 82
Registriert: 10.06.2007, 09:38
Wohnort: Magdeburg

Re: ...

Beitrag von MHentrich » 11.11.2007, 10:39

Barolo1644 hat geschrieben:Warum sollte das österreichische Staatsarchiv einen Entwurf des Wappenbriefes haben?
Warum sollte auch einmal ein Entwurf nicht den Weg ins Archiv gefunden haben? Wenn der Entwurf im Archiv ist, dann wohl weil er archiviert wurde - und zwar vor weit über 400 Jahren. Welche Beweggründe damals zur Archivierung geführt haben, möchtest du wissen?
Barolo1644 hat geschrieben:...würde mich sehr interessieren, ob da alle Wappenbriefe lagern?
Es lagern dort alle archivierten Wappenbriefe. Was meinst du mit alle?
Ja, es war schon spät, als du gefragt hast... :lol:
Viele Grüße
Martin Hentrich

Barolo1644
Mitglied
Beiträge: 483
Registriert: 07.10.2007, 22:34
Wohnort: Wien

...

Beitrag von Barolo1644 » 11.11.2007, 11:08

@Martin Hentrich

Ich meine ob es prinzipiell wenn ein Wappenbrief ausgestellt wurde, so war das davon eine Abschrift, oder wie auch immer, in diesem Archiv gelagert wurde, oder ob das nur in einigen Fällen passiert ist.

Vielleicht weisst Du ja was darüber?

Beste Grüsse

Benutzeravatar
khaelss
Mitglied
Beiträge: 88
Registriert: 28.10.2007, 12:17
Wohnort: Altaussee
Kontaktdaten:

Beitrag von khaelss » 17.12.2007, 00:43

edit: falsch gepostet sorry

Antworten