Wappen als "Geschenk" stiften?

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connibabe
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Wappen als "Geschenk" stiften?

Beitrag von connibabe » 11.01.2007, 10:58

Hallo,

ich bin hier noch neu und hätte gerne gewusst, ob ich auch für jemand anderen (guter Freund der Familie) ein Wappen stiften könnte, als Geschenk zu einem runden Geburtstag? Oder muß derjenige, der das Wappen später führt, auch der Initiator gewesen sein?

Übrigens finde ich Eure Homepage riesig - im wörtlichen sowie übertragenen Sinne! Habe schon einige Stunden mit Stöbern in den umfangreichen und fundierten Infos verbracht, aber leider auf diese Frage keine Antwort gefunden.

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Claus J.Billet
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hm...

Beitrag von Claus J.Billet » 11.01.2007, 11:18

@ connibabe

Selbstverständlich können Sie Ihrem Freund ein Wappen schenken.
Dies kommt öfters vor.
Allerdings sollten bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden:
Ihr Freund sollte bei der Wappengestaltung mit einbezogen werden.
Schließlich soll Er (... und seine Nachkommen ) in Zukunft dies Wappen mit Stolz führen.
Als "Überraschungs-Geschenk" taugt ein Wappen nicht :!:
Die Intensionen für eine Wappengestaltung gehen meistens gewaltig auseinander. :lol:
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von der Aue
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Beitrag von von der Aue » 11.01.2007, 16:20

hallo connibabe,

wie schon Herr Billet beschrieben muss es dem Beschenckten gefallen.

Aber du kannst ein Wappen als Vorschlag entwerfen und dieses als Gutschein für ein Famileienwappen überreichen.

Dabei besteht die möglichkeit seine eigene Vorstellung mit einzubeziehen und es dann in Professionelle Hände zugeben.

Grüße Johann

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münchnerherold
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Beitrag von münchnerherold » 11.01.2007, 19:25

In der Regel ist es so, man verschenkt einen
Gutschein und der Beschenkte lässt dann das
Wappen selber erstellen.
Ein fertiges Wappen kann man nicht verschenken.
Freundliche Grüsse, Kurzmeier MH. :)
Sagen was man denkt, machen was man sagt.

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Beitrag von Tekker » 11.01.2007, 20:31

wappenherold hat geschrieben:Ein fertiges Wappen kann man nicht verschenken.
Doch, geht auch, ist aber imho nicht empfehlenswert.

Zuersteinmal sollte man eh feststellen, ob der "Beschenkte" für die Idee einer Wappenführung empfänglich ist.
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Beitrag von Th.B. » 12.01.2007, 23:21

Tekker hat geschrieben:
wappenherold hat geschrieben:Ein fertiges Wappen kann man nicht verschenken.
Doch, geht auch, ist aber imho nicht empfehlenswert.

Zuersteinmal sollte man eh feststellen, ob der "Beschenkte" für die Idee einer Wappenführung empfänglich ist.
... dann geht es weiter:
- Hintergrundinformationen zur Familie
vorkommende Berufe, Herkunftsregionen, wiederkehrende Familieneigenschaften (mehr obligatorisch), Namendeutung u.s.w.

MfG
Th.Buchal
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Jochen
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Beitrag von Jochen » 13.01.2007, 00:09

Juristisch betrachtet, bedarf die Schenkung einer Annahme (durch den Beschenkten).

Sie ist somit ein echter zweiseitiger Rechtsakt.....
Alles Gute all jenen, die Gutes im Schilde führen !

jochen

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Beitrag von Th.B. » 13.01.2007, 00:12

Hallo Jochen!

Da hast du eindeutig Recht. :lol:
Dies wird selbstredend vorausgesetzt.

MfG
Thomas
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Beitrag von Bas den Brok » 13.01.2007, 00:41

wie war das dan früher? da haben die kaiser doch auch gelegentlich mal schildhaupter ausgeteilt ohne die beschenkten gross zu fragen? ich meine, wer schon hätte sich getraut da nein zu sagen? man freute sich und so wird auch connibabe's freund sich freuen, bzw. sich freuen müssen. :D der beschenkte wird es doch nicht wagen, das wappen abzulehnen?

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Beitrag von Jochen » 13.01.2007, 00:56

...eine sogenannte "aufgezwungene Bereicherung" :shock: :shock: :shock:
Alles Gute all jenen, die Gutes im Schilde führen !

jochen

Gast

Beitrag von Gast » 13.01.2007, 10:51

Bas den Brok hat geschrieben:wie war das dan früher? da haben die kaiser doch auch gelegentlich mal schildhaupter ausgeteilt ohne die beschenkten gross zu fragen? ich meine, wer schon hätte sich getraut da nein zu sagen? man freute sich und so wird auch connibabe's freund sich freuen, bzw. sich freuen müssen. :D der beschenkte wird es doch nicht wagen, das wappen abzulehnen?
Früher hat man weniger Wert, bei sowas auf Familiengeschichte gelegt, sondern meistens war das im Wappen, was der Beschenkte getan hat.....

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Beitrag von Tekker » 13.01.2007, 15:02

Bas den Brok hat geschrieben:der beschenkte wird es doch nicht wagen, das wappen abzulehnen?
Wird er sicher nicht tun, schon aus Höflichkeit. Was aber nutzt das, wenn er die Wappenabbildung irgendwo in die Ecke hängt und sich nicht weiter dafür interessiert, keine Eintragung vornehmen läßt usw.

Da kommt mir grad ein Gedanke!
Irgendwann wird dann vielleicht einer seiner Nachfahren bei unseren Urenkeln hier im Forum auflaufen mit dem Posting "Ich hab da auf dem Dachboden meines Opas ein Wappen gefunden..." :lol: :lol: :lol:
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Claus J.Billet
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Beitrag von Claus J.Billet » 13.01.2007, 15:10

@ Tekker :lol:

...so sehe ich das auch :!:
Ein Wappen, mit dem man sich und seine Familie nicht identifizieren kann ist das Papier nicht wert. :cry:
Was nutzt schon ein Wappen, wenn kein Bezug dazu besteht :?: :roll:
...es landet auf dem vielgenannten Dachboden, wenn überhaupt :!:
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Beitrag von Bas den Brok » 13.01.2007, 15:29

Ein Geschenk ist ein Geschenk: eine "aufgezwungene Bereicherung". Ein Geschenk kann auf dem Dachboden landen, muss aber nicht. Habt ihr dann nie Dinge geschenkt gekriegt, die ihr ganz toll findet?

Würd übrigens auch gerne auf dem Dachboden ein altes Wappen finden :)

connibabe
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Beitrag von connibabe » 13.01.2007, 15:37

Ja, alles was oben gesagt wurde, habe ich mir auch schon überlegt.Die Frau meines Bekannten meint, er würde sich sicher darüber freuen. (Was natürlich auch keine Garantie dafür ist, ich weiß!) Nachdem mich das Thema immer mehr begeistert und mir das auch einfach Spaß machen würde, werde ich jetzt einen Wappenvorschlag entwerfen und ihm den zum Geburtstag überreichen. Nachforschungen stelle ich schon an, seine Frau hilft mir dabei und befragt noch mal seine Eltern dazu.

Er kann ja dann noch Änderungswünsche äußern und sich dann überlegen, ob er es eintragen läßt. Wenn er es nur "in die Ecke legt" , habe ich halt einfach Pech gehabt und mir die Arbeit umsonst gemacht. Solange ich nicht einfach ein Wappen eintragen lasse, ohne ihn vorher zu fragen, tut es ja dann außer mir niemandem weh... Oder?

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