Fehler der Schreibweise

Hier ist der richtige Ort, um über Stammbäume und die Herkunft von Namen zu diskutieren
This is the location to discuss family trees and the origin of names

Moderator: Christian Ader

Antworten
danielde87
Beiträge: 8
Registriert: 12.02.2008, 23:06
Wohnort: Krappitz

Fehler der Schreibweise

Beitrag von danielde87 » 13.02.2008, 15:48

Ich meinte Stefan Rogoysky, der letzte des Geschlechtes Rogoysky, Herr in Rogau. Später hieß der Besitzer des Schlosses Heinrich Adolf Roedern. Aber kann leider auch keine infos dazu im Internet finden.
Tempus fugit

Friedhard Pfeiffer
Mitglied
Beiträge: 1572
Registriert: 01.05.2005, 11:52
Wohnort: Bayreuth

Beitrag von Friedhard Pfeiffer » 13.02.2008, 17:27

Hallo,
die Rogojski aus der Wappengemeinschaft Brochwicz aus Chelmin haben folgendes Wappen: In Silber ein springender zehnender roter Hirsch.
Die Schreibweise "Rogoysky" ist nicht polnisch, sondern tschechisch. Es gibt auch ein Geschlecht "Rogoisky v. Rogosnik", das zum mährisch-schlesischen Adel zählt. Wappen: In Silber ein nach rechts flüchtender schwarzer Hirsch mit goldenen Waffen und gleichem Gurt.
Rogau gab es in Schlesien mehrfach:
Rogau, Gemeinde Wolmsdorf, Kreis Frankenstein, Kirchspiel Wolmsdorf
Rogau, Kreis Schweidnitz, mit eigenem Kirchspiel
Rogau, Kreis Liegnitz, ev. Kirchspiel Koitz, kath. Kirchspiel Alt-Läst
Rogau, Kreis Cosel, Kirchspiel Cosel
Rogau, Kreis Falkenberg, ev. und kath. Kirchspiel Falkenberg
Rogau, Kreis Grottkau, mit eigenem Kirchspiel
Rogau, Kreis Oppeln, Kirchspiel Groß-Schimnitz
Rogau, Kreis Ratibor, mit eigenem Kirchspiel
Vielleicht kann man die zehn im bundesdeutschen Telefonbuch verzeichneten Roedern kontaktieren, welches Schloß die Familie besaß.
Mit freundlichen Grüßen
Friedhard Pfeiffer

Joachim v. Roy
Mitglied
Beiträge: 4386
Registriert: 09.08.2005, 13:20

Beitrag von Joachim v. Roy » 13.02.2008, 23:06

Anmerkung

Hier ist das oberschlesische Adelsgeschlecht ROGOWSKY VON KORNITZ gemeint, das seinen Namen von seiner Stammburg ROGAU im ehemaligen Fürstentum Oppeln hergeleitet hat.

HEINRICH KORNITZ verkaufte den Rittersitz ROGAU am 13. Dezember 1 4 4 6 an die Stadt Cosel.

KASPAR KORNITZ, der am 23. Februar 1 4 5 9 in Oppeln urkundlich genannt wird, nahm als Erster den Familiennamen ROGOWSKY VON KORNITZ an.

Das Geschlecht führt das polnische Stammwappen „Kornic“, vgl. http://pl.wikipedia.org/wiki/Grafika:Kornic.jpg


Das schlesische Adelsgeschlecht VON REDER / VON ROEDERN (1287 lateinisch: DE ROTIS) führt heute den Grafentitel.

HANS WOLF VON REDERN, Besitzer von Krappitz usw., wurde am 29. Juni 1 6 1 2 mit dem Titel „FREIHERR AUF KRAPPITZ“
in den Reichsfreiherrnstand erhoben.

GEORG HEINRICH, Besitzer von Krappitz usw., CARL MORITZ, Besitzer von Spremberg, und DIETRICH VON ROEDERN FREIHERREN AUF KRAPPITZ wurden am 4. August 1 6 6 9 mit dem Titel „FREIHERR ZU KRAPPITZ UND HERR ZU BERGCK“
in den böhmischen G r a f e n s t a n d erhoben (damals gehörte Schlesien bekanntlich zum Königreich Böhmen).

Das Stammwappen der Familie VON ROEDERN zeigt in Blau ein 8speichiges silbernes Rad, vgl. die Tafeln 29 und 50
im „Siebmacher“ von 1605:
http://www.wappenbuch.de/pages/wappen_50_Siebmacher.htm http://www.wappenbuch.de/pages/wappen_29_Siebmacher.htm


Freundliche Grüße vom Rhein

markusry
Beiträge: 4
Registriert: 07.09.2018, 10:03

Re: Fehler der Schreibweise

Beitrag von markusry » 07.09.2018, 10:16

Hallo allerseits,

ich bin im Frühjahr in Oberschlesien gewesen, um dort die Wurzeln meiner Familie zu suchen.

Im Zuge der Reisevorbereitungen bin ich auf den Ritter Caspar Rohoffsky gestoßen, dessen Grabplatte (die ursprünglich wohl vor dem Altar der abgebrandten Schrotholzkirche sein Grab überdeckte) in die Kirchenmauer von Dobrá früher Dobrau bzw. in der NS-Zeit eingedeutscht zu Burgwasser eingemauert wurde.

Bei meinen Recherchen bin ich darauf gestoßen, dass eben dieser Ritter sich mit vollem Namens Conrad Rohoffsky von Kornitz nannte. Ob dieser nun wirklichmit uns verwandt ist, kann ichnicht sagen.
Nun ist in der Region um Kornitz in Polen auch der Ort Hochkretscham, heute Wódka nicht weit entfernt, in dem meine Familie (Rohowsky) über viele Generationen gelebt hat. U.a. hat ein Vorfahr von uns die dortige Pfarrkirche errichtet (1772). Andere Verwandte lebten auch im nähreren Umfeld dieses Ortes.

Es geht innerhalb der Familie das Gerücht, dass wir einst adelig gewesen seien (oder noch sind??), wofür ich aber keine Nachweise finden konnte. Meine mutter wurde in den 80iger Jahren des letzten Jahrhunderts während einer Kur von einer Gräfin (Name ist mir entfallen, muss ich ich nachliefern) an Ihren Tisch gebeten, weil sie den Namen Rohowsky kannte. Sie hatte in Mähren im Sommer als Kind oft Urlaub auf einem Schloss gemacht, dass angeblich im Besitz einer Familie Rohowsky war.

Kurz und gut: Es gibt viele Namensähnlicketen, viele Gerüchte, viel Unklares.

Ich bin auf diesen schon alten Post gestoßen und hoffe nun, dass hier vielleicht irgendjemand einen Hinweis hat.

Vielen Dank!

Joachim v. Roy
Mitglied
Beiträge: 4386
Registriert: 09.08.2005, 13:20

Familie Rohowsky, Oberschlesien

Beitrag von Joachim v. Roy » 07.09.2018, 11:44

Zur Information:

Im „Schlesischen Güter-Adreßbuch – Verzeichnis sämtlicher Rittergüter sowie der größeren
Landgüter der Provinzen Nieder- und Oberschlesien“, 15. Ausgabe, Breslau 1937, S. 639,
642, 647, erscheinen folgende Träger des Namens ROHOWSKY (ohne „von“):

ROHOWSKY, Joseph, Besitzer des Gutes Nr. 14 (24,8 Hektar) in Burgfeld, Kreis Leobschütz
ROHOWSKY, Emil, Besitzer des Erbhofs (88,89 Hektar) in Hochkretscham, Kreis Leobschütz,
Züchter von Schwarzbunten Ostfriesen
ROHOWSKY, Helene, Besitzerin eines Gutes (29 Hektar) in Hochkretscham, Kreis Leobschütz
ROHOWSKY, Hermann, Besitzer eines Gutes (27,5 Hektar) in Osterdorf, Kreis Leobschütz
ROHOWSKY, Ferdinand, Besitzer eines Gutes (17,5 Hektar) in Osterdorf, Kreis Leobschütz.

Freundliche Grüße vom Rhein

markusry
Beiträge: 4
Registriert: 07.09.2018, 10:03

Re: Fehler der Schreibweise

Beitrag von markusry » 07.09.2018, 13:11

Vielen Dank, das ist schonmal sehr interessant. Der genannte Emil Rohowsky ist mein Urgroßvater. Helene Rohowsky ist etwas entferntere Verwandtschaft.

Kleinschmid
Mitglied
Beiträge: 390
Registriert: 28.02.2010, 19:08

Re: Fehler der Schreibweise

Beitrag von Kleinschmid » 07.09.2018, 17:10

Das Epitaph in der kath. Kirche zu Dobrau im Krs. Neustadt in Oberschlesien wurde 1611 von Kaspar R. für seinen Vater Kaspar v. R. gesetzt. Es zeigt die acht Wappen:
Kornitz, verm. Thoss, verm. Bees, Ostoja
Boncza (Einhorn), Poronia (Lilie), verm. Siegroth o. Kotulinsky, Pelka.
Wir haben es hier also mit der Familie Rogowsky und nicht Rohowsky zu tun. Die - wie Herr v. Roy freundlicherweise bereits früher erklärt hatte - ihren Namen von Rogau bei Cosel ableiten. Bereits 1416 wurde ein Wenko Kornicz aus Rogau erwähnt. Etwas anderes waren die Rohowsky von Rohow, die ihren Ursprung in Rohow im Krs. Leobschütz (später Ratibor) hatten. Sie haben nichts mit den Kornitz zu tun, führen demnach auch ein ganz anderes Wappen und scheinen aber bereits Anf. des 17. Jhd. ausgestorben zu sein.

Bei der fraglichen Familie handelt es sich um eine alteingesessene Familie aus Hochkretscham. Der Ort liegt nur 12 km vom o.g. Rohow entfernt. In der online-Datenbank der poln. Staatsarchive lassen sich betref. den Gutshöfen in Hochkretscham folgende Namen nachweisen:

Emil R., Blatt 48, 1901-1943
Adolf u. Caroline R., Blatt 49, 1/4 Hube, 1794-1875, Blatt 16 mit 26 Morgen 48 Ruthen, 1798-1875
Hildegard R., Blatt 74a bzw. 70, 1934-1939
Helene R., Blatt 70, 1881-1942
Arthur R., Blatt 49 bzw. 48, 1934-1939

Johann Rohowsky war Pfarrer in Hochkretscham 1779-1797.

Die Vorfahren des Emil. R. sind bereits online - siehe hier.

1773 wurde die Kirche hl. Jgf. und Martyr. Thekla in Hochkretscham von dem Pfarrer und Vicedechant aus Pralitz, Max Rohowsky, der 1712 in Hochkretscham geboren wurde, erbaut.

markusry
Beiträge: 4
Registriert: 07.09.2018, 10:03

Re: Fehler der Schreibweise

Beitrag von markusry » 07.09.2018, 18:44

Nochmal ganz herzlichen Dank. So langsam sehe ich Licht im Dunkel.

Ich fasse nochmal kurz zusammen:

Meine Vorfahren sind die alteingesessenen in Hochkretscham. Sie haben weder etwas mit den in Dobrau ansässigen (die Grabplatte lautet auf den Namen Caspar Rohoffsky v. Kornitz) noch etwas mit den Rohowsky von Rohow zu tun, richtig? Warum mit letzteren nicht? Läge ja aufgrund der Nähe durchaus nahe.

Was die Platte in Dobra betrifft habe ich Fotos der Wappen gemacht, auf einem ist ein Hühnerbein zu sehen??

Ich bin noch Anfänger in Sachen Ahnenforschung. Insofern bitte hier und da nachsichtig sein.

Die Informationen zur Kirche habe ich, ich konnte das Kirchenbuch, Tauf- und Sterbebuch sowie die Bibel aus dem Besitz von Johann(es) Rohowsky (die Eintragungen lauten überwiegend tatsächlich auf Johannes) in Hochkretscham ansehen und studieren.

Gibt es weitere Informationen zu meiner Familie in Hochkretscham?

markusry
Beiträge: 4
Registriert: 07.09.2018, 10:03

Re: Fehler der Schreibweise

Beitrag von markusry » 07.09.2018, 19:47

Oh Fehler: Emil Rohowsky war der Onkel meines Vaters. Der im Link genannte Arnold Rohowsky ist mein Großvater. Dieser hatte den im Link genannten Bruder Reinhard (Onkel Reini). Im Link nicht genannt ist die Schwester mit Namen Ernestine

Kleinschmid
Mitglied
Beiträge: 390
Registriert: 28.02.2010, 19:08

Re: Fehler der Schreibweise

Beitrag von Kleinschmid » 08.09.2018, 08:18

Rohowsky ist ein Herkunftsname. Nannte sich jemand Herr von, auf, zu Rohow, war er der adlige Grundherr dieses Ortes. Im Slawischen wurde daraus Rohowski oder in der Gegend eher Rohovsky. War es ein Tagelöhner oder der Sohn eines Gärtners, Bauern, Einliegers usw., der Rohow verließ, vielleicht dort bspw. den Namen Kahlert (der Kahle) trug und im 16. oder Anf. des 17. Jhd. in Hochkretscham einwanderte, so nannte man ihn den Rohauer oder Rohower - also der aus Rohow stammte, woraus im Slawischen dann wieder Rohowski/Rohovsky wurde. Man kann dem Namen Rohowsky demnach heute nicht mehr ansehen, ob der Namensgeber ein Adliger oder ein Tagelöhner war. Man kann aber die Wahrscheinlichkeiten heute durchaus bewerten. Schaut man sich die Örtlichkeiten auf einer Karte an, dann wird der Namensgeber kaum aus Rogau bei Cosel stammen, wenn es nur 12 km von Hochkretscham ein Rohow gab. Somit scheiden hier die Rogowsky von Kornitz aus. Über die andere Adelsfamilie Rohowsky von Rohow erfährt man einiges aus Pilnaceks Rody Stareho Slezska. Vielleicht ist Herr Hruška bitte so freundlich, den angefügten Text zu überfliegen und teilt uns ganz kurz mit, was aus dieser Familie geworden ist. Aber scheinbar enden doch dort die Nachrichten zum Anf. des 17. Jhd.
Ja, der Hühnerfuß gehört zu den Siegroth o. Kotulinsky - hier der entspr. Eintrag im Siebmacher.

Bild

Benutzeravatar
Gerd H.z.B.
Mitglied
Beiträge: 950
Registriert: 01.08.2013, 16:24
Wohnort: Sachsen / Böhmen
Kontaktdaten:

Re: Fehler der Schreibweise

Beitrag von Gerd H.z.B. » 11.09.2018, 19:07

Ich muss mich entschuldigen, da ich erst vor kurzem darauf aufmerksam gemacht wurde. Der Text endet zur Familie leider Anfang des 17.Jh. mit dem Zweig der Familie Šamařovský z Rohova (Schamarzowsky von Rohow).
Es ist also nicht bekannt ob es später noch Nachfahren gab.
Nach Schimon wurde Wenzel Schamarzowsky von Rohow, Besitzer von Krzenow im Troppauischen 1604 in den Adelsstand erhoben. Das war dann wohl eher eine Adelsbestätigung, da es die Familie ja so schon vorher gab.
Mit Grüssen Gerd
Bild

Kleinschmid
Mitglied
Beiträge: 390
Registriert: 28.02.2010, 19:08

Re: Fehler der Schreibweise

Beitrag von Kleinschmid » 11.09.2018, 22:30

Vortrefflich! Besten Dank für Ihre Hilfestellung, Herr Hruška. Ich kann sonst auch nichts mehr über diese Rohowsky v. Rohow finden. Wenn ein späterer von Rohowsky in der Literatur erwähnt wird, handelt es sich tatsächlich um einen Rogowsky des Wappens Kornitz. Womit wir die Sache hier abschließen können.

Antworten